Edition Zukunft

Edition Zukunft

Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen

Punkt, Beistrich, faule Tricks? Wie die Rettung des Klimas verhandelt wird

Punkt, Beistrich, faule Tricks? Wie die Rettung des Klimas verhandelt wird

Punkt, Beistrich, faule Tricks? Wir laufen eigentlich die Verhandlungen zum Pariser Klimaabkommen ab? Und will Österreich die Erderwärmung bekämpfen? Für diese Sonderausgabe des Podcasts Edition Zukunft haben die Standard-Radakteurinnen Karin Riss und Nora Laufer auf der UN-Klimakonferenz in Madrid Jürgen Schneider getroffen. Er leitet die Klimasektion im Umweltministerium. Schneider erklärt im Gespräch unter anderem wieso die USA trotz des angekündigten Austritts aus dem Pariser Klimadeal noch mitverhandeln und weshalb falsche Rechnungen bei der CO2-Reduktion verhindert werden müssen.

Revolutioniert die Blockchain das Internet?

Shermin Voshmgir mag es nicht, wenn man Blockchain-Technologie auf Bitcoin und seine Preisschwankungen reduziert. Dahinter steckt nämlich viel mehr: Block sei die "treibende Kraft, die das Internet verändert", wie die Blockchain-Expertin sagt. Das neue Internet, das manche Web 3 nennen, verändert nicht aus äußere Erscheinungsbild, sondern die Datenstrukturen im Hintergrund. Momentan funktioniere das Internet nämlich immer noch gleich wie vor dreißig, vierzig Jahren, auch wenn sich seitdem vieles verändert hat. Die Blockchain sei eine neue Art, wie wir Daten gemeinschaftlich verwalten können und damit mit Token – zu dem der Bitcoin gehört – belohnt werden. Anstatt über zentrale Server findet der Datenaustausch dezentral über die Gemeinschaft statt. Potenzial hat die Blockchain-Technologie aber nicht nur bei Geldtransaktionen, sondern auch etwa als Werbeplattform oder als dezentrales soziales Netzwerk. Die Informatikerin erklärt außerdem, warum sie Facebooks eigene Währung Libra als Panikreaktion sieht.

Fleisch, Milch, Bananen: Muss die Zukunft bio sein?

Wo die Arbeit von Biobauern endet, beginnt die von Jan Niessen. Der Deutsche war als Marketingleiter beim Bioanbauverband Bioland. Er kümmerte sich darum, Biolebensmittel in die Supermärkte und Discounter zu bringen. Seit letztem Jahr beschäftigt er sich wissenschaftlich mit der Biobranche. Im aktuellen Edition Zukunft-Podcast spricht er ausführlich über raue Töne zwischen Bauern und Handel, darüber, wie Digitalisierung und ökologische Landwirtschaft zusammenpassen, und warum man nur schwer auswärts biologisch essen kann

Klimakrise: Wann kommen die grünen Jobs?

Die Klimakrise verlangt radikale Lösungen, die den Arbeitsmarkt und ganze Industrien massiv verändern werden, sagt AMS-Chef Johannes Kopf. Womit ist zu rechnen?

Krisen überall: Rettet uns die Jugend?

Welche Themen treiben junge Unternehmer mit "sozialem Gewissen" um und wie man ihnen bei der Entwicklung ihrer Ideen helfen. Ein Gespräch mit Birgit Kolb vom European Youth Award (EYA).

Haben wir in Zukunft noch was zu lachen?

Lachen hilft gegen die Angst. Deswegen haben wir für die aktuelle Folge unseres Podcasts den Kabarettisten Thomas Maurer zum Gespräch eingeladen. Der "Staatskünstler" befasst sich in seinem aktuellen Soloprogramm "Zukunft"  mit allerlei Unangenehmem, das auf uns lauert – sei es die nahe Zukunft mit der bevorstehenden Nationalratswahl oder die ferne Zukunft, die womöglich einigen von uns den Arbeitsplatzverlust durch Digitalisierung bringt.

Wie gut geht es Tieren in Österreich?

Ist Österreich womöglich ein Vorreiter beim Thema Tierschutz? Helmut Dungler, Gründer und Vorstand der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, beantwortet diese Frage im STANDARD-Podcast bei Philip Pramer mit einem "klaren österreichischen Jein". Vor Jahrzehnten habe Österreich große Würfe gemacht, die sich jetzt auswirken, sagt Dungler. Mit dem Tierschutzgesetz setzte man etwa Wildtierhaltung im Zoo und Pelzfarmen ein Ende. Damals wurde auch die Käfighaltung von Hühnern verboten und ein Ausgleich der Interessen von Tier, Bauer und Konsument geschaffen. Heute haben sich die Österreicher daran gewöhnt, dass Eier etwas kosten, sagt Dungler. Seinen Bedarf an Eiern kann Österreich inzwischen fast selbst decken. Dungler lehnt Fleischssteuer ab Beim Fleisch sieht die Sache laut Dungler allerdings "ganz anders" aus: Bei der Schweinehaltung herrsche in Österreich das gleiche – niedrige – Niveau, das von der EU vorgegeben wird. "Wir müssten die Kraft haben, einfach Nein zu sagen und uns davon abzuheben." Der Vier-Pfoten-Chef fordert, dass die Haltungsbedingungen, die bei Eiern und Fleisch zusammen mit dem Herkunftsland auf die Verpackung gedruckt werden, auch auf Speisekarten zu finden sein sollen. Im laufenden Nationalratswahlkampf spiele Tierschutz so gut wie kaum eine Rolle, bedauert Dungler. "Das Tierschutzbewusstsein ist in der Politik leider weit hinter jenem der Bevölkerung." Seit den erwähnten Reformen habe sich wenig getan, auch wenn sich viele Menschen durchaus für Tierwohl interessieren würden. Eine "Fleischsteuer", wie sie gerade heiß diskutiert wird, lehnt Dungler jedenfalls ab. "Es geht nicht darum, irgendwo einen Preis draufzuschlagen, sondern ein Landwirtschaftssystem neu aufzusetzen." Fleisch mit einem Euro subventioniert Dungler erinnert daran, dass schon jetzt jedes Kilo Fleisch, das in Österreich produziert wird, mit einem Euro subventioniert werde. Über den Preis allein würden wir mit den neuen Haltungssystemen in Osteuropa, Südostasien und Südamerika aber ohnehin nicht mithalten können. Dort würden Fleisch, Milch, und Eier immer billiger produziert werden können. "Wir brauchen eine ehrliche Politik, die sich Gedanken darüber macht, wie wir Tiere halten, unsere Bauern entlohnen und das Klima schützen können", sagt Dungler. Die Massentierhaltung hat auch direkte Auswirkungen auf den Menschen. 33.000 Menschen sterben jedes Jahr an antibiotikaresistenten Keimen, auch weil viele Tiere mit Antibiotika nicht nur behandelt, sondern präventiv gefüttert werden. Die Grenzen für das Fleisch aus Nord- oder Südamerika zu öffnen bezeichnet Dungler als "Schwachsinn". Dort hätte man kaum Einblick, was Haltungsbedingungen und Medikamenteneinsatz betrifft. Ohne klare Regelungen würde man damit "die europäische Landwirtschaft zerstören". Helmut Dungler spricht im STANDARD-Podcast außerdem darüber, wie jeder Einzelne im  Alltag für mehr Tierwohl sorgen kann und darüber, was ihn in den 30 Jahren seit der Gründung von Vier Pfoten am meisten beeindruckt hat.

Wir hätten die Klimakatastrophe abwenden können. Warum haben wir es nicht getan?

Wir können uns das Ende der Welt eher vorstellen als das Ende unserer Lebensweise: Zu diesem Schluss kommt der US-Journalist und Autor Nathaniel Rich in seinem nun auf Deutsch vorliegenden Buch "Losing Earth". Rich beschreibt darin eindrucksvoll, wie Politik und Industrie vor 30 Jahren die Chance gehabt hätten, die Klimakatastrophe abzuwenden. Warum sie es nicht getan haben, darüber spricht der Schriftsteller Clemens Berger mit Lisa Mayr in dieser Podcast-Folge.

Droht uns ein Blackout?

Wie sicher sind unsere Stromnetze? Darüber sprechen der Bestseller-Autor Marc Elsberg und Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds im STANDARD-Podcast bei Philip Pramer. In Elsbergs Technik-Thriller "Blackout" fällt in ganz Europa für Wochen der Strom aus, ein Kontinent versinkt nach und nach im Chaos. Reale Gefahr oder nur Science-Fiction? "Theoretisch ist das möglich, praktisch auch", sagt Elsberg, aber "sehr unwahrscheinlich". Trotzdem stellt die Energiewende unsere Stromnetze auf die Probe. Was müssen sie leisten, wenn die Stromversorgung kleinteiliger wird und jeder Haushalt Produzent, Verbraucher und Speicher zugleich ist? Und warum ist die Klimafrage auch eine Verteilungsfrage? Die beiden Experten geben Auskunft.