Edition Zukunft

Edition Zukunft

Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen

Transhumanismus: Muss der Mensch optimiert werden?

Transhumanismus: Muss der Mensch optimiert werden?

"In the long run we are all dead – Langfristig sind wir alle tot", lautet das geflügelte Wort des Ökonomen John Maynard Keynes. Doch diese banale ¬Tatsache entlockt den sogenannten Transhumanisten wohl nicht einmal mehr einen müden Lacher. In Zukunft müssen und sollen wir Menschen nicht ¬sterben, sagen die Transhumanisten. Ewiges Leben und -technisch optimierte Körper, in Clouds upgeloadete Gehirne und Menschen als Cyborgs – das sind die Visionen der Männer (und einzelner Frauen), die das Menschliche überwinden und uns in einen "posthumanen" Zustand versetzen wollen. Mit Sarah Spiekermann, einer Kritikerin des Transhumanismus, haben wir darüber geredet, welches Menschenbild hinter den transhumanistischen Ideen steckt und wie es unsere Gegenwart und Zukunft beeinflusst. 

Wie verändert die Corona-Krise die Arbeitswelt?

Viele Menschen arbeiten von zu Hause aus oder sind in Kurzarbeit, viele andere verlieren ihren Job. Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Arbeitswelt aus? Und gibt es Dinge, die man aus der aktuellen Situ¬ation lernen kann? Inga Höltmann, Expertin für New Work, sagt: Durchaus! Mit Videokonferenzen allein sei es aber noch nicht getan, die richtige Arbeit fängt gerade erst an. Im Podcast erklärt sie, was auf uns zukommt, wie man Struktur ins Homeoffice bringt, ob die Zeit reif ist für ein Grundeinkommen und wie gesellschaftliche Entwicklungen die Arbeitswelt beeinflussen.

Humanoide Roboter: Partnerersatz oder Arbeitssklaven

Die Regisseurin Arlamovsky beschäftigt sich in ihrem neuen Dokumentarfilm mit humanoiden Robotern und unserer Beziehung zu den Maschinen. Während ihnen Enthusiasten Eigenschaften zuschreiben, die die Menschheit retten könnten, fürchten die Skeptiker, dass wir uns durch Roboter selbst abschaffen werden.

Designerbabys und Supersoldaten: Der optimierte Mensch

Höher, schneller, weiter? Nicht nur Spitzensportler wollen immer besser werden. Auch Menschen, die keine Hochleistungen vollbringen, streben immer öfter nach Optimierung. Der Molekularbiologe und bekannte Sciencebuster Martin Moder erklärt im Edition-Zukunft-Podcast, dass es bei solchen Optimierungen hauptsächlich um „die Verhinderung von Leid und das Heilen von Krankheiten“ gehe. Natürlich könnte es theoretisch aber auch dazu genützt werden, um Menschen für Marsmissionen fit zu machen oder sie zu Supersoldaten heranzutrainieren. Macht das Sinn? Nein, sagt Moder. Bis dahin überholt einen die Technik sowieso. Moder erklärt, warum es dennoch so wichtig ist, dass wir möglichst viel darüber wissen was theoretisch möglich wäre. Können wir etwa Menschen kleiner machen, um nicht so viel klimaschädliche Ressourcen zu verbrauchen? Können, ja. Sollen, nein. Zum Glück machen Menschen nicht immer alles, was technisch auch möglich wäre, ist Moder überzeugt.

Wie schmutzig ist Plastik?

Plastik hat einen schlechten Ruf. Immer mehr Länder – darunter Österreich – verbieten Sackerl aus konventionellem Kunststoff. Aber wie umweltschädlich ist Plastik wirklich und was können die Alternativen von Bioplastik bis Jutebeutel? Im Podcast diskutieren dazu Alexander Bismarck, Vorstand des Instituts für Materialchemie an der Universität Wien undVasiliki-Maria Archodoulaki vom Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie der Technischen Universität Wien. Plastik sei nicht per se,  sondern vor allem als Einwegprodukt schlecht, sagen die Experten.  Papier und Baumwolltaschen stellen sie ein negatives Zeugnis aus. Letztere müsse über 100 Mal  verwendet werden, um ökologischer zu sein. Biokunststoff hingegen sei nicht immer biologisch abbaubar, im Meer zersetzen sich Bio-Plastiksackerl allgemein nur sehr langsam. Sie sind keine Lösung für die Mikroplastik-Problematik, so die Wissenschafter.

Krebsheilung und Weltraumlift: Wie werden Quantencomputer die Welt verändern?

Die jüngsten Durchbrüche lassen die Forscher jubilieren und träumen. Quantencomputer werden immer besser und sind zu Rechenleistungen fähig, die mit herkömmlichen Computern selbst in tausenden von Jahren nicht zu lösen wären. "Und Quantencomputer werden uns dabei helfen noch bessere Quantencomputer zu produzieren", ist Florian Neukart überzeugt. Wenn der Direktor der Volkswagen Group Advanced Technologies, auf sie zu sprechen kommt, sprudeln die potentiellen Einsatzmöglichkeiten deshalb gerade so aus ihm heraus: Neue Medikamente zur Heilung von Krebs, bessere Batterien, staufreie Städte durch Routenoptimierung, neue Materialien, die Megabauprojekte wie einen Weltraumlift ermöglichen könnten.

Macht Social Media unsere Welt besser?

Haben Facebook und andere soziale Medien im vergangenen Jahrzehnt unsere Welt zu einer besseren gemacht? Nein, sagt Louise Horvath vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT), aber sie haben sie nachhaltig verändert und werden auch in Zukunft unsere Leben maßgeblich prägen. Wie rüsten wir unsere Kinder und uns selbst für eine Welt, in der man Bilder und Videos faken und manipulieren kann, und wie schützen wir in Zukunft unsere Daten?

Darf man mit der Lösung gesellschaftlicher Probleme Geld verdienen?

Die Bandbreite des sozialen Unternehmertums reicht vom Verkauf von Schokolade, die in Ghana produziert wird bis hin zu Start Ups, die digitale Lösungen für die Pflege-Krise entwickeln. Es handelt sich dabei um gewinnorientierte Unternehmen, die mit ihrem Business soziale Probleme lösen wollen. In einigen dieser Firmen steht die soziale Wirkung sogar vor dem wirtschaftlichen Ergebnis. Angesiedelt zwischen NGOs und dem staatlichen Sozialsystem, wollen die Sozialunternehmen "nicht nur Pflaster picken, sondern ein System verändern", sagt Walburga Fröhlich. Die Unternehmerin ist die Obfrau von SENA,  der Interessenvertretung für Unternehmertum "mit positiver gesellschaftlicher Wirkung".