Edition Zukunft

Edition Zukunft

Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen

Designerbabys und Supersoldaten: Der optimierte Mensch

Designerbabys und Supersoldaten: Der optimierte Mensch

Höher, schneller, weiter? Nicht nur Spitzensportler wollen immer besser werden. Auch Menschen, die keine Hochleistungen vollbringen, streben immer öfter nach Optimierung. Der Molekularbiologe und bekannte Sciencebuster Martin Moder erklärt im Edition-Zukunft-Podcast, dass es bei solchen Optimierungen hauptsächlich um „die Verhinderung von Leid und das Heilen von Krankheiten“ gehe. Natürlich könnte es theoretisch aber auch dazu genützt werden, um Menschen für Marsmissionen fit zu machen oder sie zu Supersoldaten heranzutrainieren. Macht das Sinn? Nein, sagt Moder. Bis dahin überholt einen die Technik sowieso. Moder erklärt, warum es dennoch so wichtig ist, dass wir möglichst viel darüber wissen was theoretisch möglich wäre. Können wir etwa Menschen kleiner machen, um nicht so viel klimaschädliche Ressourcen zu verbrauchen? Können, ja. Sollen, nein. Zum Glück machen Menschen nicht immer alles, was technisch auch möglich wäre, ist Moder überzeugt.

Wie schmutzig ist Plastik?

Plastik hat einen schlechten Ruf. Immer mehr Länder – darunter Österreich – verbieten Sackerl aus konventionellem Kunststoff. Aber wie umweltschädlich ist Plastik wirklich und was können die Alternativen von Bioplastik bis Jutebeutel? Im Podcast diskutieren dazu Alexander Bismarck, Vorstand des Instituts für Materialchemie an der Universität Wien undVasiliki-Maria Archodoulaki vom Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie der Technischen Universität Wien. Plastik sei nicht per se,  sondern vor allem als Einwegprodukt schlecht, sagen die Experten.  Papier und Baumwolltaschen stellen sie ein negatives Zeugnis aus. Letztere müsse über 100 Mal  verwendet werden, um ökologischer zu sein. Biokunststoff hingegen sei nicht immer biologisch abbaubar, im Meer zersetzen sich Bio-Plastiksackerl allgemein nur sehr langsam. Sie sind keine Lösung für die Mikroplastik-Problematik, so die Wissenschafter.

Krebsheilung und Weltraumlift: Wie werden Quantencomputer die Welt verändern?

Die jüngsten Durchbrüche lassen die Forscher jubilieren und träumen. Quantencomputer werden immer besser und sind zu Rechenleistungen fähig, die mit herkömmlichen Computern selbst in tausenden von Jahren nicht zu lösen wären. "Und Quantencomputer werden uns dabei helfen noch bessere Quantencomputer zu produzieren", ist Florian Neukart überzeugt. Wenn der Direktor der Volkswagen Group Advanced Technologies, auf sie zu sprechen kommt, sprudeln die potentiellen Einsatzmöglichkeiten deshalb gerade so aus ihm heraus: Neue Medikamente zur Heilung von Krebs, bessere Batterien, staufreie Städte durch Routenoptimierung, neue Materialien, die Megabauprojekte wie einen Weltraumlift ermöglichen könnten.

Macht Social Media unsere Welt besser?

Haben Facebook und andere soziale Medien im vergangenen Jahrzehnt unsere Welt zu einer besseren gemacht? Nein, sagt Louise Horvath vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT), aber sie haben sie nachhaltig verändert und werden auch in Zukunft unsere Leben maßgeblich prägen. Wie rüsten wir unsere Kinder und uns selbst für eine Welt, in der man Bilder und Videos faken und manipulieren kann, und wie schützen wir in Zukunft unsere Daten?

Darf man mit der Lösung gesellschaftlicher Probleme Geld verdienen?

Die Bandbreite des sozialen Unternehmertums reicht vom Verkauf von Schokolade, die in Ghana produziert wird bis hin zu Start Ups, die digitale Lösungen für die Pflege-Krise entwickeln. Es handelt sich dabei um gewinnorientierte Unternehmen, die mit ihrem Business soziale Probleme lösen wollen. In einigen dieser Firmen steht die soziale Wirkung sogar vor dem wirtschaftlichen Ergebnis. Angesiedelt zwischen NGOs und dem staatlichen Sozialsystem, wollen die Sozialunternehmen "nicht nur Pflaster picken, sondern ein System verändern", sagt Walburga Fröhlich. Die Unternehmerin ist die Obfrau von SENA,  der Interessenvertretung für Unternehmertum "mit positiver gesellschaftlicher Wirkung".

Punkt, Beistrich, faule Tricks? Wie die Rettung des Klimas verhandelt wird

Punkt, Beistrich, faule Tricks? Wir laufen eigentlich die Verhandlungen zum Pariser Klimaabkommen ab? Und will Österreich die Erderwärmung bekämpfen? Für diese Sonderausgabe des Podcasts Edition Zukunft haben die Standard-Radakteurinnen Karin Riss und Nora Laufer auf der UN-Klimakonferenz in Madrid Jürgen Schneider getroffen. Er leitet die Klimasektion im Umweltministerium. Schneider erklärt im Gespräch unter anderem wieso die USA trotz des angekündigten Austritts aus dem Pariser Klimadeal noch mitverhandeln und weshalb falsche Rechnungen bei der CO2-Reduktion verhindert werden müssen.

Revolutioniert die Blockchain das Internet?

Shermin Voshmgir mag es nicht, wenn man Blockchain-Technologie auf Bitcoin und seine Preisschwankungen reduziert. Dahinter steckt nämlich viel mehr: Block sei die "treibende Kraft, die das Internet verändert", wie die Blockchain-Expertin sagt. Das neue Internet, das manche Web 3 nennen, verändert nicht aus äußere Erscheinungsbild, sondern die Datenstrukturen im Hintergrund. Momentan funktioniere das Internet nämlich immer noch gleich wie vor dreißig, vierzig Jahren, auch wenn sich seitdem vieles verändert hat. Die Blockchain sei eine neue Art, wie wir Daten gemeinschaftlich verwalten können und damit mit Token – zu dem der Bitcoin gehört – belohnt werden. Anstatt über zentrale Server findet der Datenaustausch dezentral über die Gemeinschaft statt. Potenzial hat die Blockchain-Technologie aber nicht nur bei Geldtransaktionen, sondern auch etwa als Werbeplattform oder als dezentrales soziales Netzwerk. Die Informatikerin erklärt außerdem, warum sie Facebooks eigene Währung Libra als Panikreaktion sieht.

Fleisch, Milch, Bananen: Muss die Zukunft bio sein?

Wo die Arbeit von Biobauern endet, beginnt die von Jan Niessen. Der Deutsche war als Marketingleiter beim Bioanbauverband Bioland. Er kümmerte sich darum, Biolebensmittel in die Supermärkte und Discounter zu bringen. Seit letztem Jahr beschäftigt er sich wissenschaftlich mit der Biobranche. Im aktuellen Edition Zukunft-Podcast spricht er ausführlich über raue Töne zwischen Bauern und Handel, darüber, wie Digitalisierung und ökologische Landwirtschaft zusammenpassen, und warum man nur schwer auswärts biologisch essen kann