Edition Zukunft

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Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen

Wie smart soll die Stadt von morgen sein?

Wie smart soll die Stadt von morgen sein?

Es hätte die erste Stadt sein sollen, "die aus dem Internet heraus" gebaut wird – so hatte Dan Doctoroff, Chef von Sidewalk Labs, das Stadtentwicklungsprojekt Quayside in Toronto beschrieben. Die Google-Tochter wollte dort einen ganzen Stadtteil nach den eigenen Vorstellungen einer smarten Stadt errichten lassen – inklusive tausender Sensoren und Kameras, die ihre Einwohner auf Schritt und Tritt überwachen. Vergangenes Jahr zog sich Sidewalk Labs wegen der Corona-Krise aus dem Projekt zurück – und Datenschützerinnen atmeten auf.

Das Konzept der Smart City sorgt immer wieder für Aufregung. Für die einen ist sie der nächste logische Schritt der urbanen Evolution, die das Leben effizienter machen soll, für andere eine Überwachungsdystopie.
Nathalie Klauser Stübi kennt diese Diskussion – und sieht sie gelassen. Sie ist Co-Präsidentin der Smart City Alliance mit Sitz in Basel und diskutiert beim diesjährigen Forum Alpbach über die Vorzüge smarter Städte für den Klimaschutz. Die Smart-City-Bewegung sei anfangs sehr technologiezentriert gewesen und habe sich vor allem rund um Silicon-Valley-Giganten entwickelt. "Da wurde zuerst nicht sehr menschenzentriert gedacht", sagt Klauser. Von dieser Vorstellung, aber auch von den Tech-Konzernen selbst, habe man sich inzwischen gelöst.

Die Ziele einer Smart City, wie sie Klauser beschreibt, klingen wie die Utopie einer lebenswerten Stadt: In ihr sollen Bewohner sowohl mit Öffis als auch zu Fuß, mit dem Rad oder – bedingt – mit dem Auto ef fizient unterwegs sein. Sauber soll sie sein, nicht zu laut und nicht zu hell. Wirtschaftlich attraktiv ist sie ebenso, wie sie verschiedenen Lebensentwürfen Raum gibt. Obendrauf sollen auch noch alle Be wohner mitreden und -bestimmen können.

Der Weg zu dieser Utopie führt natürlich oft über die Technologie-Schiene. "Aber es gibt ganz viele nichtdigitale smarte Ideen", sagt Klauser. Da wäre zum Beispiel das partizipative Budget, das die brasilianische Stadt Porto Alegre schon 1988 eingeführt hat – lange bevor jemand über Sensoren in Gehsteigen sprach. Die Grundidee, alle Einwohnerinnen und Einwohner über das Budget der damals finanziell stark angeschlagenen Stadt mitentscheiden zu lassen, machte Schule: Heute gibt es weltweit tausende Gemeinden, in denen Bürger mitentscheiden dürfen, wohin ihr Geld fließt. "Es gibt gerade ein Riesen-Revival", sagt Klauser. "Es ist eine alte, aber smarte Idee, die jetzt digitalisiert wird."

Auch in der Corona-Krise hätten smarte Städte Stärke zeigen können: Weil Singapur schon früh viele Daten erhoben und verknüpft hat, konnte der Stadtstaat schnell Cluster identifizieren und die Fallzahlen niedrig halten. Auch Städte mit Smart-City-Strategie wie Wien hätten die Krise besser überwunden als andere – zwar nicht, was Infektionszahlen angeht, aber weil sie Anstiege frühzeitig berechnen und Konsequenzen besser abfedern konnten.

Die Idealvorstellung einer Smart City sei allerdings auch kulturell bedingt. "Vieles, was in Asien oder den USA als smart gilt, würde unseren Wertvorstellungen – Stichwort Datenschutz – widersprechen", sagt Klauser. In Europa setzen Städte stärker auf digitale Selbstbestimmung und Hybridlösungen. So müsse es zusätzlich zu digitalen Amtswegen stets parallel eine analoge Lösung geben, um niemanden auszuschließen.

Auch zu mehr Klimaschutz könne die Smart City beitragen, im merhin sind Städte inzwischen die Hauptquelle von Treibhausgasen und verbrauchen rund 70 Prozent der weltweit erzeugten Energie. Dabei bieten sie insbesondere die Möglichkeit – neben laut Klauser ebenso notwendigen negativen Anreizen wie Umweltsteuern –, auch positive Anreize zu setzen. Sie sollen den Menschen das umweltfreundliche Leben möglichst leicht machen. Dass Kopenhagen weltweit die Fahrradstadt Nummer eins wurde, hängt etwa auch damit zusammen, dass die Ampelanlagen so smart gemacht wurden, dass der emissionsarme Verkehr dort Vorrang hat. Eine Strategie, die sich inzwischen auch

Wie die Pandemie unsere Sprache verändert

Der Inhalt des Duden ist auch eine Geschichte unserer Gesellschaft. 2004 nahm das Wörterbuch etwa das Wort "Googeln" auf, 2017 kamen "Filterblase" und "Selfie" hinzu, 2020 dann unter anderem "Flugscham", "Gendersternchen", "Hatespeech", "Insektensterben", "Klimakrise" oder "Brexiteer".
Unter Sprachwissenschafterinnen, Politikern, aber auch in der öffentlichen Debatte lösen die Begriffe regelmäßig heftige Debatten aus. Es ist gewissermaßen ein Kampf zwischen Sprachbewahrern und Spracherneuerern, Konservativen, Liberalen, Progressiven und Aktivistinnen und Aktivisten um nichts weniger als die Deutungshoheit in der deutschen Sprache.
Das hat auch die Corona-Pandemie gezeigt, die nach nur wenigen Monaten ihre Spuren in den Wörterbüchern hinterlassen hat. Lockdown, Social Distancing, Ansteckungskette und Herdenimmunität sind bereits fixer Bestandteil des Duden und werden es wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren bleiben. Gleichzeitig spricht die Politik schon vom Brückenlockdown oder möglicherweise bald von der Winterruhe.
"Krisen verändern unsere Sprache", sagt Oksana Havryliv, Sprachenwissenschafterin an der Universität Wien, im STANDARD-Podcast. Denn durch Krisen entstehe die Notwendigkeit, eine neue Realität zu benennen.

Hilft uns die Gentechnik aus der Klima-Patsche?

Der Ertrag von Nutzpflanzen steigern, gesunde Inhaltsstoffe erhöhen und die toxische oder allergenen reduzieren, Weizen resistent gegen Schädlinge machen – Ortrun Mittelsten Scheid fallen viele Dinge ein, die man mit Gentechnik anstellen kann. Die Molekularbiologin leitet eine Forschungsgruppe zu epigenetischen Veränderungen in Pflanzen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Sie ist davon überzeugt, dass die Crispr-Genschere die Welt besser machen könnte – wenn man es nur zulassen würde.

Denn viele Menschen und auch die Politik stehen der Gentechnik kritisch gegenüber, in der EU gelten strenge Regeln für gentechnisch veränderte Organismen. Für Mittelsten Scheid ist diese Entscheidung aus wissenschaftlicher Sicht unverständlich. Gentechnik gebe es bereits seit Jahrtausenden – denn auch die gezielte Kreuzung von Kulturpflanzen greife in die DNA von Pflanzen ein. "Ohne Gentechnik wären wir schon längst verhungert", sagt sie im Podcast. Genetisch veränderte Produkte fände man heute in jedem Bioladen.

Dabei, so die Biologin, könne mit der Crispr-Genschere viel genauer und schneller gearbeitet werden als mit klassischer Gentechnik, wo man aufwändig mithilfe von Chemikalien oder radioaktiver Strahlung per Zufall tausende unkontrollierte Mutationen entstehen lässt.

Die Technologie könne auch dabei helfen, die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen. Mit der Genschere könnten Pflanzen etwa widerstandsfähiger gegen Trockenheit oder invasive Arten gemacht werden. Weil sie einfacher zu handhaben ist als klassische Gentechnik könnten so lokal angepasste Rassen geschaffen werden, an denen Saatgut-Konzerne, welche die Gentechnik derzeit dominieren, kein finanzielles Interesse haben.

Im Podcast spricht die Molekularbiologin außerdem darüber, warum "Superbäume", die enorme Mengen CO2 aus der Luft saugen noch in weiter Ferne sind und warum sie optimistisch gestimmt ist, dass sich die Vorbehalte der Gesellschaft gegenüber Gentechnik bald auflösen werden.

Röcke tragen, Emotionen und Schwäche zeigen: Was Männer beschäftigt

Im Edition-Zukunft-Podcast sprechen wir mit Matthias Tschannett (46) und Benjamin Wagner (31), zwei systemischen Einzel-, Paar- und Familientherapeuten in Ausbildung unter Supervision, über das Thema Männlichkeit. Sie haben im Oktober 2020 die Gruppe der Mannsbuilder gegründet, die sich weniger als Selbsthilfegruppe versteht denn als Treffpunkt für interessierte Männer, die sich laufend mit "Männerthemen" beschäftigen. Dabei sei es bewusst weit definiert, was denn ein solches Thema ist – von Vorbildfunktionen in der Vater- oder Onkelrolle über die femininen Seiten des eigenen Körpers und Wesens bis hin zum Zeigen von Schwäche.

Wagner definiert toxische Männlichkeit als ein Gefühl, "sich immer als Mann beweisen zu müssen, vor allem auch gegenüber anderen Männern", gepaart mit einer Ablehnung aller Dinge, die weiblich konnotiert sind. Es gebe aber ohnehin nicht eine Männlichkeit, sondern eine Vielzahl an verschiedenen Männlichkeiten, und Männer sollten auch mehr Gefühle zulassen als "Hunger, Wut und Aggression".

Sind Frauen vielleicht sogar ein Stück weiter darin, bestimmte Themen, die ihnen nicht guttun, oder Verhaltensweisen, unter denen sie leiden, zumindest anzusprechen? Für Tschannett haben Frauen diesbezüglich einfach schon einen härteren Weg hinter sich gebracht, mussten sich öfter verteidigen und bestimmte Dinge erkämpfen. Prinzipiell müsse aber natürlich nicht der erste Weg sofort zum Psychotherapeuten führen. Sehr oft reiche es schon, wenn manche Männer es öfter einmal schaffen würden, mit guten Freunden – und nicht nur Frauen – tatsächlich einmal über ihre Gefühle zu reden.

Überrascht habe die beiden vor allem, in welcher Häufigkeit der Wunsch von Männern nach weiblich konnotierter Kleidung, Schmuck und Kosmetik wie Röcken oder Nagellack kam, wobei sie uneins sind, ob Männerputzutensilien denn nun etwas Gutes sind oder nicht. Dringenden Aufholbedarf gibt es laut den Mannsbuildern auch noch bei einem sehr heiklen Thema. Nämlich: Wie nähere ich mich als Bursche, junger oder erwachsener Mann Frauen, aber auch generell anderen Menschen, höflich, interessiert und wertschätzend an, ohne dass es übergriffig ist.

Erholungszonen, leistbare Mieten, Durchmischung: Wie kann eine Stadt für alle funktionieren?

Der Yppenplatz in Wien ist nicht nur das Forschungsobjekt von Cornelia Dlabaja, sondern auch ihr Lieblingsort in Wien: "Auf diesem Platz gibt es alles, was eine Stadt ausmacht", sagt die Soziologin und Kulturwissenschafterin. Seit über 15 Jahren beobachtet sie das Gebiet in Wien-Ottakring und forscht zu sozialer Ungleichheit in Städten.

Vor allem Menschen, die auf engem Wohnraum leben, muss eine Stadt genügend Zugang zu öffentlichen Erholungsflächen ermöglichen, sagt Dlabaja. Im Podcast spricht sie über die Ungleichverteilung von Grünflächen in der Stadt, warum wir mehr zu Fuß gehen sollten und was menschenfreundliche Städte ausmachen. Und: Die Soziologin erklärt, warum das Reisen nicht nur dem Klima zuliebe neu gedacht werden muss, sondern warum Massentourismus auch Stadtbewohnern schaden kann.

Urban Farming: Kommt das Gemüse bald aus der Stadt?

Man sieht sie in Wien, Graz, Salzburg und und vielen anderen Städten auf der ganzen Welt immer öfter: Gemüsebeete mitten in der Stadt. Urban Farming nennt man es, wenn Kräuter, Obst und Gemüse zwischen Wohnblocks, in Parks oder am Straßenrand wachsen. Seit Jahren ist der Trend zum Stadtbeet ungebrochen. Der Bewegung geht es nicht nur ums Essen. Doch woher kommt die Faszination für das Garteln in der Stadt?

Cordula Fötsch vom Wiener Verein Gartenpolylog sieht viele Motive für das Stadtgärtnern. "Viele Menschen wollen wissen, wo ihr Gemüse herkommt", sagt sie im Podcast. "Und das auch ihren Kindern beibringen."

Landwirtschaft in der Stadt sei an sich nichts Neues und wurde schon im Mittelalter praktiziert. Erst seit den 1970er-Jahren aber will die Urban-Farming-Community auch als politische Bewegung verstanden werden. Damals eigneten sich Aktivisten in New York verwahrlosten Raum in der Stadt an. Kunstinstallationen und kleine Gärten sollten vor allem die Nachbarschaft zusammenbringen.

Der Community-Aspekt ist der Bewegung bis heute erhalten geblieben. Oft bekomme Fötsch aus den Gärten die Rückmeldung, dass aus einer anonymen Nachbarschaft eine richtige Gemeinschaft wird. "Leute erzählen, dass sie zwischen Wohnung und Geschäft plötzlich fünfmal gegrüßt werden", sagt Fötsch.

Trotzdem klebt an den Gemeinschaftsgärten oft ein elitäres Image: Warum zäunt man den ohnehin knappen öffentlichen Raum ein, nur damit ein kleiner Kreis seinem Hobby nachgehen kann? "Jeder der ein Auto parkt, eignet sich auch öffentlichen Raum an – und darüber wird viel weniger diskutiert", kontert Fötsch. Dem Bobo-Image arbeite Gartenpolylog entgegen: Der Verein wolle auch sozial und ökonomisch benachteiligte Menschen das Garteln im Grätzel ermöglichen. Schließlich sei es eine Tätigkeit, die sich durch alle sozialen Schichten und Kulturen zieht.

Im Podcast spricht Fötsch außerdem darüber, wie man auch ohne grünen Daumen einen Garten starten, wie es mit Tieren in der Stadt aussieht und warum auch Nicht-Gärtner von den Cityfarmen profitieren. Von der Politik fordert sie, die Stadtgärten stärker zu fördern – obwohl Ackerbau am Land wohl immer effizienter sein wird als in der Stadt.

Warum uns Müll auf der Straße so sehr stört

Es gibt kaum einen Ort, an dem wir Müll nicht begegnen: der Aludose, dem Plastik sackerl, der Plastikflasche oder den Zigarettenstummeln, die neben der Straße, im Wald, am Strand, im Garten oder sogar auf den Bergen liegen. Der Müll wirkt meist abstoßend, deplatziert, stört das schöne Bild, das wir von einem Ort haben könnten.

"Wir ärgern uns dann, weil wir das Gefühl haben, dass andere achtlos sind", sagt Sabine Pahl, Umweltpsychologin an der Universität Wien im STANDARD-Podcast. Dies habe mit unserem Gefühl von Fairness zu tun: Wenn es andere nicht tun, warum sollte ich mich dann um den Müll kümmern? Es gebe aber auch Menschen, die konstruktiv damit umgehen, den Müll aufheben und diesen entsorgen. "Wenn wir im Alltag auf viel Müll stoßen, kann sich das Aufheben aber schnell überwältigend anfühlen", sagt Pahl.

Aber warum werfen Menschen überhaupt Müll auf der Straße oder in der Natur weg? "Es gibt eine kleine Gruppe Menschen, die unachtsam sind, die das nicht interessiert", sagt Pahl. Darunter würden auch jene Menschen fallen, die sich vom Staat und der Gesellschaft vernachlässigt fühlen und so gewissermaßen ihren Unmut zum Ausdruck bringen. Aber schlussendlich könne es auch jedem von uns immer wieder passieren, dass wir Müll auf der Straße oder in der Natur verlieren, so Pahl.

Ist das Müllproblem also nur ein Unachtsamkeitsproblem von jedem Einzelnen von uns? Für Pahl ist klar, dass es um mehr geht. "Besonders in Entwicklungsländern sieht man, welche Auswirkungen ein nicht funktionierendes Entsorgungssystem haben kann." Eine Verurteilung von Menschen, die scheinbar achtlos Müll wegwerfen, sei daher in den diesen Fällen meist nicht angebracht. Schließlich habe auch Europa und die dortige Industrie eine Verantwortung, wie viel Müll anfällt und wie viel davon in andere Länder exportiert wird.

Was das Recycling betrifft, können laut Pahl oft schon kleine Dinge zu einer Veränderung beitragen: etwa, wie viele Meter entfernt der Abfallcontainer vor unserer Haustür steht. "Die Einfachheit der Entsorgung spielt eine große Rolle", sagt Pahl.

Dass es beim Thema Müll hauptsächlich um Plastik geht, schreibt die Expertin der großen Aufmerksamkeit der Medien gegenüber diesem Thema zu. Sie gibt jedoch zu bedenken, dass Plastik auch viele nützliche Funktionen erfüllt, ohne denen unser Wirtschafts- und Gesundheitssystem wohl kaum funktionieren könnte. "Im Vergleich zum Klimawandel oder anderen Umweltproblemen ist das Thema Plastikmüll sicher nicht unsere größte Sorge", sagt Pahl.

Außerdem spricht Pahl darüber, warum wir im Supermarkt nicht immer zu dem umweltfreundlicheren Produkt greifen, welchen Beitrag Unternehmen leisten können und wie sich die Umwelt auf unser Wohlbefinden auswirkt. Nebenbei hat sie einen guten Tipp für alle, die mit dem Rauchen aufhören wollen: mehr Zeit in der Natur verbringen.

Computer statt Arzt? Wie künstliche Intelligenz die Medizin verändert

Der Siegeszug der künstlichen Intelligenz (KI) ist auch in der Medizin nicht mehr aufzuhalten. Schon jetzt können Algorithmen bestimmte Krebsarten besser erkennen als Menschen. Im Podcast spricht Horst Hahn, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medizin, darüber wie Technologie in Zukunft dabei helfen kann, dass wir gesund werden und bleiben.

Die Vorstellung von der humanoiden "Arzt-Maschine" könnte dabei falscher nicht sein. Denn KI ist – wie in den meisten anderen Bereichen auch – vor allem ein nützliches Werkzeug für medizinisches Personal. "Die Aufgaben die wir Menschen als anstrengend oder langweilig empfinden, sind die, die sich am besten automatisieren lassen", sagt Hahn.

Im Idealfall führt diese Unterstützung dazu, dass Ärztinnen wieder mehr Zeit für Patienten haben und mehr Menschen den Zugang zu guter Behandlung bekommen. Aber könnte es passieren, dass der Effizienzgewinn verpufft, Ärzte noch gestresster und durch die Technik entmündigt werden? Fest steht jedenfalls: Digitale Medizin ordnet die Beziehung zwischen Arzt und Patientin neu.

Keine Zukunft ohne Gelsen: Warum wir alle Tierarten schützen müssen

"Was hat die Gelse jemals für uns getan?" lautet der Titel des aktuellen Buches der Biologin Frauke Fischer. Im Podcast erklärt sie, warum die Biodiversitätskrise gefährlicher als die Klimakrise ist - und warum Artenschutz vor allem ökonomisch Sinn macht.

Brauchen wir die Viertagewoche? Und können wir sie uns leisten?

Jede Woche langes Wochenende – und trotzdem gleich viel verdienen. Für manche eine unfinanzierbare Utopie, für andere die logische und überfällige Konsequenz aus gesteigerter Produktivität und nicht im selben Ausmaß gestiegenen Löhnen. Befürworter der Wochenstundenreduktion bringen neben Chancen für positive Beschäftigungseffekte vor allem gesundheitliche Aspekte ins Spiel. So würden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer deutlich seltener krank, seien deutlich besser erholt und könnten in weniger Zeit mehr wertvolle Arbeit leisten. Spanien wagt jetzt jedenfalls den landesweiten Versuch und testet die Viertagewoche bei vollem Lohnausgleich. Kann das klappen?Darüber sprechen wir mit dem Ökonom Oliver Picek vom sozialliberalen Thinktank Momentum Institut und der Ökonomin Monika Köppl-Turyna vom wirtschaftsliberalen Thinktank Eco Austria.