Edition Zukunft

Edition Zukunft

Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen

Vom Zettelchen zum Emoji: Über die Zukunft der Handschrift

Vom Zettelchen zum Emoji: Über die Zukunft der Handschrift

Was passiert eigentlich mit unserer Handschrift im digitalen Zeitalter? Brauchen wir sie überhaupt noch – oder ist sie ein Auslaufmodell? Darum geht es in dieser Folge von Edition Zukunft mit Markus Kiefer, Psychologe und Neurowissenschaftler am Universitätsklinikum Ulm. In einer großen Studie hat Kiefer erforscht, welchen Unterschied es macht, ob wir mit der Hand schreiben oder tippen. Wir haben ihn gefragt, was seine wichtigsten Erkenntnisse waren und was sie für die Zukunft der Handschrift bedeuten. (Lisa Breit, 19.9.2025)

Mobilitätsforscher: "Es gibt kein Wirtschaftswachstum ohne Verkehrswachstum"

Seit gut 20 Jahren beschäftigt sich Oliver Schwedes mit dem Thema Mobilität. Er hat an der Humboldt-Universität, am Wissenschaftszentrum Berlin und der TU Berlin dazu geforscht. In seinem Buch Verkehr(t) erklärt er, dass der Verkehr den menschlichen Fortschritt zwar lange befördert habe, mittlerweile aber zunehmend das Gegenteil hervorbringe.

Schwedes argumentiert, dass der Verkehrssektor "einer der größten Produzenten von Klimagas im weitesten Sinne" sei und zu aktuellen Problemen wie dem Klimawandel beitrage. Gleichzeitig gibt der Mobilitätsforscher aber zu bedenken, dass Verkehr für kapitalistisches Wirtschaften zentral sei und Wirtschaftswachstum und Verkehrswachstum immer noch Hand in Hand gehe. "Wenn wir weniger Verkehrswachstum wollen, stellt das natürlich auch ein Problem dar, das berücksichtigt werden muss", sagt er.

Dennoch haben Schwedes Erhebungen ihn nun zu einem durchaus unkonventionellen Lösungsansatz geführt. Er schlägt ein Verkehrssystem vor, bei dem die Menschen ohne eigenes Auto auskommen sollen. Dafür müsse eine Infrastruktur geschaffen werden, in der sich Menschen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land öffentlich, mit dem Rad, zu Fuß oder durch Carsharing so gut organisieren können, dass sie kein eigenes Auto benötigen. Wie das funktionieren soll, erklärt er in dieser Folge von "Edition Zukunft".

Juristin: "Der Algorithmus ist kein neutrales Ding"

Sandra Wachter teilt keine privaten Informationen im Internet. Es habe sie einerseits nie gereizt, andererseits sei sie das aber wohl auch durch ihre Arbeit beeinflusst, sagt die Juristin und Datenethikern. Sie forscht an Algorithmen und Künstlicher Intelligenz am Internet Institute der Universität Oxford in Großbritannien.

Gemeinsam mit ihrem Team versucht sie unter anderem das sogenannte Black-Box-Problem zu lösen. Denn derzeit wisse niemand genau, welche Regeln die KI zur Beantwortung einer Frage nutzt, oder warum diese Regeln überhaupt herangezogen werden.

Wie dieses Problem gelöst werden kann, inwiefern KI die Demokratie gefährden kann und in welchen Bereichen Algorithmen unser Leben erleichtern werden, erzählt sie in dieser Folge Edition Zukunft.

Wie der Mensch von nur drei Pflanzen abhängig wurde

Die deutsche Biologin Sarah M. Schmidt erzählt in ihrem Buch "Ohne Mücken keine Schokolade", wieso zwar 3000 essbare Pflanzen auf der Erde wachsen, die heutige Nahrung der Menschen größtenteils aber auf nur 20 davon basiert. Wobei rund 60 Prozent unserer pflanzlichen Kalorien sogar nur aus drei Pflanzen kommen – Weizen, Reis und Mais. Ein Gespräch über das Imageproblem der Kartoffel, die Ahnen unserer heutigen Banane und den weltweiten Siegeszug des Weizens, der noch nicht vorbei ist.

Für ehemaligen Gefängnisleiter ist Einsperren nicht mehr zeitgemäß

Joachim Walter weiß um die Vorteile und die Nachteile, die Gefängnisse mit sich bringen – und auch um die große Macht, die Gefängnisleitungen innehaben. Über seine jahrelangen Erfahrungen in verschiedenen deutschen Gefängnissen, darunter auch der Jugendstrafanstalt Adelsheim, hat er in seinem Buch Die Freiheit nehm' ich dir. Sinn und Unsinn des Strafvollzugs (Westend-Verlag) geschrieben.

Walter ist überzeugt, dass eine Fußfessel für jene geeignet ist, die nicht gefährlich sind, um teilweise sogar besser resozialisiert zu werden als im Gefängnis. Denn: "Einsperren allein hat überhaupt noch nie ein Problem gelöst." Was am Strafvollzug schiefläuft und was an ihm verbessert werden sollte und warum er das Gefängnis als Intensivstation der Gesellschaft bezeichnet, erklärt er in dieser Folge Edition Zukunft.

Experte: "Kohle und Öl werden von Erneuerbaren aus dem Markt gedrückt"

"Wind und Sonne könnten Öl und Gas in den kommenden 25 Jahren komplett verdrängen" – davon ist der deutsche Energieexperte Tim Meyer überzeugt. Seiner Meinung nach stecken wir inmitten einer Industrierevolution, die von erneuerbaren Energien angetrieben wird.

In dieser Folge von "Edition Zukunft" erklärt er, warum die Entscheidung für erneuerbare Energien längst gefallen ist und das nichts mit grüner Politik oder Klimaschutz zu tun hat, sondern lediglich mit Wirtschaftsentscheidungen.

Was können Städte für mehr Artenvielfalt tun?

Bienen, Blumenwiesen oder Wälder sind wohl die ersten Bilder, die den meisten bei dem Wort Biodiversität in den Kopf schießen. An Städte, dicht besiedelte Wohngebiete und asphaltierte Straßen denkt wohl kaum jemand – allerdings zu Unrecht. Denn obwohl Städte und eine Tier- und Pflanzenvielfalt auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, bieten urbane Räume eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten.

Was muss in einer Stadt getan werden, damit sich Insekten, Vögel, Säugetiere sowie Sträucher und Bäume dort wohlfühlen? Wo hinken österreichische Städte hinterher, und in welchen Bereichen sind sie schon Vorreiter? Darüber diskutieren Biodiversitätsforscher Franz Essl und die Direktorin des MuseumsQuartiers Wien, Bettina Leidl, in dieser Live-Aufnahme.

Dieser Podcast ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem MuseumsQuartier Wien. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

Verfehlt Österreich seine Klimaziele?

Nach einem halben Jahr Pause geht es wieder los mit Edition Zukunft Klimafragen, dem STANDARD-Podcast zu Klima und Umwelt. In dieser Folge besprechen wir, was sich klimapolitisch in den vergangenen Monaten getan hat. Wir starten in Österreich, blicken weiter nach Brüssel und sprechen dann über Entwicklungen in der globalen Klimapolitik.

Was ist vom angekündigten österreichischen Klimagesetz zu erwarten? Wie steht es um das Klimaziel für 2040? Und sinken Chinas Emissionen nun tatsächlich? Außerdem besprechen wir die jüngste Zusage der EU an Donald Trump, Unmengen an Erdöl, Erdgas und Kohle aus den USA zu importieren – und geben einen Überblick, wie die Vorbereitungen auf die brasilianische Klimakonferenz laufen, die im November stattfinden wird.

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Ruiniert der Massentourismus Österreichs Städte?

Österreichs Städte ziehen jedes Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher aus allen Teilen dieser Welt an. Davon profitieren alle, hieß es lange Zeit. Doch die massenhaft anreisenden Touris sorgen bei den Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern zunehmend für Unmut. Wie der Massentourismus zum Problem von Wien bis Innsbruck wird und, wie er sich im Sinne aller verändern muss, darüber wurde während dieser Live-Aufzeichnung in Innsbruck gesprochen.

An der Diskussion teilgenommen haben Barbara Plattner, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, Norbert Kettner, Chef von Wien Tourismus und Arno Ritter, er leitet den Ausstellungsraum "aut. Architektur und Tirol" und ist Architekturkritiker.

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Mobilitätsforscher: "Private Autoabstellplätze dürfen nicht in der Stadt sein"

Hermann Knoflacher hat sein Auto bereits in den 1990er-Jahren abgegeben. Er verliere dadurch zu viel Zeit, außerdem sei das Autofahren ungesund. In einer halben Stunde würde man im normalen Verkehr nämlich so viele Abgase einatmen, wie am Arbeitsplatz verboten sind. Und das bei geschlossenem Fenster, wie er erklärt. Knoflacher hat seine Professur an der Technischen Universität Wien am Institut für Verkehrsplanung und -technik bereits 1975 angetreten und sein gesamtes berufliches Leben der Mobilitätsforschung gewidmet

Unter seiner Führung wurden Fußgängerzonen wie jene im ersten Wiener Gemeindebezirk geschaffen. Mittlerweile ist er emeritiert, wird aber nicht müde, Alternativen zum Auto voranzutreiben. In dieser Folge Edition Zukunft übt er scharfe Kritik an der "automobilen Gesellschaft", wie er sie nennt, und liefert Ideen und Lösungsansätze, die zu weniger Autos in der Stadt und auf dem Land führen sollen.**Hat Ihnen dieser Podcast gefallen?

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