Edition Zukunft

Edition Zukunft

Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen

Transkript

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00:00:06: Ihr hört Edition Zukunft in Standard-Podcast über das Leben

00:00:10: und die Welt von morgen.

00:00:11: Ich bin Lisa Breit.

00:00:32: Die Luft blüht, selbst die Nächte bringen keine Abkühlung mehr – ich glaube dieser Sommer hat den Klimawandel für die meisten von uns sehr stark körperlich spürbar gemacht!

00:00:42: Ich habe mich gefragt, könnte die extreme Hitze des Sommers zu einem Umdenken in Sachen Klimaschutz führen?

00:00:49: Dazu spreche ich in der heutigen Folge mit Thomas Brudermann.

00:00:52: Er ist Umweltpsychologe und Nachhaltigkeitsforscher.

00:00:56: Gefragt habe ich ihn auch, ob extreme Temperaturen vielleicht auch politischer Weichen stellen können und was aus allem im Herbst wird.

00:01:04: Herzlich willkommen Herr Brudermann!

00:01:05: Schön dass Sie heute da sind und sich Zeit genommen haben.

00:01:09: Der diesjährige Sommer war ja der heißeste seit Messbeginn in Österreich.

00:01:13: Die Hitze war extrem und die meisten von uns haben das auch sehr stark gespürt.

00:01:18: Was macht denn so eine Erfahrung psychologisch mit

00:01:20: uns?

00:01:21: Es kommt drauf an und ich denke, es gibt da eine ziemlich große Spannweite.

00:01:26: Es macht nämlich einen massiven Unterschied ob ich jetzt diesen Hitze-Sommer in der klimatisierten Vorstadtwille mit Bull erlebe wo es vielleicht ein bisschen warm ist aber wo ich zumindest in der Nacht gut schlafen kann oder habe ich jetzt in einer Betonwüste in der Dachgeschosswohnung mit unzureichender Wärmeisolierung schlaffen muss?

00:01:44: Also das macht einen riesen Unterschied körperlich und das wirkt sich dann auch psychisch aus.

00:01:50: Und dann gibt's natürlich auch Gruppen, die ganz besonders betroffen sind.

00:01:54: Weil halt die gesamte Lebensrealität auf den Kopf gestellt wird.

00:01:57: Wenn ich jetzt zum Beispiel in der Landwirtschaft arbeite, wenn ich Weinbäuerin bin irgendwo in diesen trockenen Regionen im Waldviertel ... Dann sehe ich halt quasi die Früchte meiner Arbeit buchstäblich verdorben und das kann extrem belastend sein!

00:02:13: Also wir leiden alle aber wir leiten unterschiedlich stark?

00:02:17: Könnte man so sagen.

00:02:18: ja also Es ist auch wieder mal wahrscheinlich an Lebensrealitäten geknüpft und an Privilegien.

00:02:24: Wenn man privilegiert ist, tut einem die Hitze nicht so viel.

00:02:28: Wenn vielleicht noch im Freien arbeiten muss wenn mein Einkommen davon abhängt dass das Klima stabil ist also dass es nicht zu heiß wird, dass es regnet dann ist der Leidensdruck ein ungleich höherer

00:02:40: Und kann extreme Hitze unserer Einstellung zum Klimawandel stärker verändern, als es vielleicht Statistiken und wissenschaftliche Berichte können?

00:02:50: Also prinzipiell wirkt persönliches Erfaden immer stärker als abstrakte Zahlen und irgendwelchen Szenarien die man dann halt da liest oder von denen man hört.

00:03:00: Aber das Problem hier ist dass man eben nicht den Klimawandler als solches erlebt sondern man erlebt eben die Hitzewelle oder diese Dürrephase wenn es in der Anrichtung gibt diese Überschwemmungsereignisse.

00:03:13: Der Klimawandel bleibt immer so etwas abstrakt im Hintergrund und dann wissen wir trotzdem, dass solche extreme Ereignisse eine Wirkung haben aber sie haben wieder unterschiedliche Wirkungen je nachdem mit welcher Voreinstellung man eben reingeht.

00:03:27: Und wir wissen das jetzt nicht aus diesem Sommer da habe ich jetzt noch keine Studienlage, aber aus vergleichbarer Eregnissen in der Vergangenheit, dass extreme Eregnisse bei denen die eh schon ein bisschen besorgt sind die Sorgen noch einmal erhöhen bezüglich Klimawandel und was das alles mit sich bringt.

00:03:43: Bei denen, die ohnehin schon wenig besorgt sind sinkt aber die Sorge tendenziell wenn man dann eben ja ausgesetzt ist der solchen extremen Werteereignissen.

00:03:53: und das klingt paradox ist aber durchaus konsistent mit dem was wir als experimentellen Studien wissen.

00:04:00: Wenn Menschen nämlich Mit Gegenbeweisen zu ihren Meinungen konfrontiert werden Dann verstärken sie diese Meinung den Zell.

00:04:08: Das heißt, ich bin nicht besorglich, glaube nicht so richtig dran.

00:04:11: Dann hätte ich an Gegenbeweis aber den lehne ich eher ab und der lässt mich einigeln im alten Glauben.

00:04:17: Jetzt hätt' mich auch interessiert inwieweit extreme Hitze vielleicht doch dazu führt dass wir uns anders verhalten?

00:04:24: Inwieweit wird er unser Verhalten auch umstellen und zum Beispiel auch klimafreundlicher Verhalten hat das eine Auswirkung?

00:04:32: also stellen die Menschen ihr Verhalten um weil sie einfach sehen Wie die Welt sich verändert aufgrund des Klimawandels?

00:04:42: Ich sehe ehrlich gesagt wenig Hinweise darauf diesen Sommer.

00:04:45: Ich habe jetzt niemanden gesehen, der die gesagt hätte, es ist so heiß schon über Wochen lang, ich lasse das Auto stehen und fahre mit der U-Sex.

00:04:53: Also hab' ich jetzt eher selten gesehen.

00:04:56: Prinzipiell laden solche Ereignisse aber schon dazu ein, dass man mal reflektiert und nachdenkt, dass sich das aber wirklich in Verhaltensänderungen niederschlägt.

00:05:07: eher selten und da gibt es mehrere Gründe dafür.

00:05:11: Ein Grund ist einmal diese fehlende Selbstwirksamkeit oder das fehlenden Feedback.

00:05:15: also wenn ich jetzt sage, ich quäle mich in die nicht klimatisierte U-Bahn statt mit dem Auto zu fahren davon geht die Hitze ja nicht weg.

00:05:24: der einzige Unterschied ist dass ich es dann stärker spüre.

00:05:26: Also da ist natürlich ein Feedback dar, dass mich motivieren würde zu dieser Verhaltensänderung.

00:05:31: Und das ist eigentlich so das große Thema hier.

00:05:32: Wenn sich an Rahmenbedingungen und Strukturen nichts ändert, dann ändert es sich eben auch am individuellen Verhalten im Schnitt nicht viel.

00:05:41: Ja natürlich gibt's die super motivierten.

00:05:42: aber jetzt wenn wir von der Durchschnittsbevölkerung sprechen da braucht es Rahmenbedingerungsstrukturen die Verhaltensainderungen ermöglichen und fördern?

00:05:52: Das wäre auch eine Frage für mich gewesen was müsste denn passieren aus einer Erfahrung eines extremen Sommers dann wirklich eine Verhaltensänderung wird?

00:06:01: Ja, also da braucht es eben die Arbeit in Rahmenbedingungen.

00:06:04: Also diese individuelle Verhaltungsänderung ist ja immer schwierig wenn sich sonst nichts ändert.

00:06:09: Man kennt das bei Menschen, die rauchen.

00:06:11: Rauchend aufhören ist sie relativ schwierig, wenn man so in einem stabilen Umfeld ist wo alle Freunde und Freunde auch rauchen, wo die Rauchpause in der Arbeit vielleicht zum Alter gehört oder vielleicht auch positiv besetzt ist.

00:06:25: Man ratscht ein bisschen, man redet ein Man erfährt die neuesten Gerüchte, das ist ja alles schwierig.

00:06:32: Dann einfach sagen jetzt rauche ich nicht mehr und es ist bei diesen klimarelevanten Alltagsentscheidungen ja nicht anders.

00:06:38: Das ist sehr aufgepättet in Praktiken, in Gewohnheiten und eben umrahmend von Rahmenbildungsstrukturen, die das alles erleichtern und fördern und den Umstieg auf etwas anderes schwierig

00:06:50: machen.".

00:06:51: Gibt es denn Verhaltensänderungen zu denen wir eher bereit sind?

00:06:55: Und welche, bei denen wir besonders triege sind.

00:06:58: Da habe ich jetzt in die Studienlage reingeschaut und es gibt hier dieses Europarameter Das sind diese regelmäßigen europaweiten Befragungen.

00:07:06: da wird ja auch immer wieder mal zum Klimawandel was gefragt und auch zu Klimawandeln handeln.

00:07:11: Was man sieht ist dass Menschen im persönlichen Lebensbereich schon Dinge umsetzen wenn man sie danach fragt.

00:07:17: Diese Dinge sind aber oft nicht wirklich mit hohen Emissionen verbunden.

00:07:23: Geht's eher um so Dinge wie, ja ich versuche Einwegprodukte zu vermeiden wenn es geht.

00:07:27: Da sagen dann zwei Drittel Ja mach' ich oder Ich mache Müll drinnen Sagen auch circa zwei Drittel Ja mach', ich in Deutschland und Österreich sogar noch mehr.

00:07:35: Es gibt tatsächlich auch so eine Gruppe von einem Drittel, die sagt Ja ich war ein bisschen mehr mit den Öffis Ich esse ein bisschen weniger Fleisch, sind wir auch bei einem Drittl.

00:07:43: Aber wenn es jetzt um die wirklich harten Brocken geht Das heißt, dass ich weitgehend Pflanzen passiert.

00:07:49: Zum Beispiel Mechanäre.

00:07:50: Dass sich das Auto verkauft und nur mehr öffentlich vor.

00:07:53: Dass ich jetzt im Klimazuliebe nicht in den Urlaub fliege.

00:07:56: Da sind wir dann bei Einstellungen prozent zu halten.

00:07:59: Also das fällt den Menschen tatsächlich schwer.

00:08:02: Gleichzeitig sagen da aber auch zwei Drittel der Menschen die Tune ist schon genug.

00:08:06: Man hat auch das Gefühl ja, dass mit dem Müll trennen und Müll vermeiden.

00:08:10: Das muss doch reichen!

00:08:12: Kurz gesagt, am Abend die Steckdose aus dem Stecker ziehen gibt uns ein gutes Gefühl.

00:08:18: Genau da habe ich auch das Feedback direkt, ja?

00:08:20: Ich sehe dann... Da leuchtet es nicht mehr, das Licht ist aus und es ist nicht so abstrakt.

00:08:25: also in den Wirkungen eines Flugs natürlich ein paar Dimensionen größer und höher aber die sieht man halt nicht.

00:08:32: Aber dass ist auch trügerisch in Wirklichkeit wie ich das jetzt rausgehört hab.

00:08:38: Gehirn funktioniert halt sehr gut in den Situationen, wo wir halt direkt dieses Feedback bekommen.

00:08:43: Ich tue was und ich sehe eine Wirkung.

00:08:45: Und bei so vielen klimarelevanten Handlungen sehe ich diese Wirkung halt nicht.

00:08:50: Das macht es im intuitiven Verarbeiten relativ schwierig.

00:08:54: Und das ist einer dieser psychologischen Hürden, die uns da eben wegsteht.

00:08:58: Also wir haben vorher ja schon festgehalten... ...wir haben die Folgen des Klimawandels diesen Sommer ganz stark auch am eigenen Leid.

00:09:06: gespürt, also viele oder die meisten von uns.

00:09:09: Und jetzt würde ich auch gern von Ihnen wissen ob das denn auch die Politik verändert?

00:09:14: Also reagiert sie womöglich entschlossener.

00:09:17: aber zunächst die Frage wenn die Menschen selbst merken dass ihr Leben verändert und ihren Alltag verändert entsteht daraus vielleicht auch mehr Bereitschaft politische Maßnahmen für Klimaschutz mitzutragen?

00:09:29: ja ich würde sagen die persönliche Betroffenheit spielt schon eine deutliche Rolle, also wenn mich etwas direkt betrifft und es gibt eine Politikmaßnahme die da meine Betroffenheit verringern kann.

00:09:41: Dann ja dann ist das ein Faktor!

00:09:43: Wir wissen aber auch aus so Überblicksstudien dass es für die Akzeptanz ambitionierter klimapolitischer Maßnahmen mal zwei wesentliche Faktoren gibt.

00:09:52: Das erste ist hier die wahrgenommen Effektivität einer Maßnahme Also wie viel bringt das denn wirklich?

00:09:59: Und das Zweite ist die wahrgenommene Fairness.

00:10:01: Also, ist das jetzt auch fair für mich meistens?

00:10:04: Ja also es ist ja oft sehr subjektiv was ist fair und was nicht fair.

00:10:09: Diese beiden Faktoren braucht damit Maßnahmen akzeptiert werden.

00:10:13: Jetzt haben wir aber gleichzeitig die Situation dass im politischen Diskurs genau diese zwei Dinge auch untergraben werden Also gerade die wahrgenommenen Effektivität.

00:10:23: Da hören wir dann diese Ausreden vom politischen Seite, Deutschland ist doch viel zu klein, Österreich ist doch auch viel zu kleiner, alle sind viel zu kleinen.

00:10:29: was zu machen?

00:10:30: Das bringt nur so weniger Fliegen nur fünf sechs Prozent der Emissionen das bringt doch nichts.

00:10:35: also da wird alles dann sehr schnell klein und die wahrgenommene Effektifität leidet und damit dann auch die Akzeptanz einer Maßnahme die das Problem eigentlich angehen würde.

00:10:44: Und dann haben wir natürlich auch das Fairness-Thema, ist ganz wichtig.

00:10:48: Solange wir jetzt sagen wir als Normalbürgerinnen sehen wie die Superreichen durch die Weltchatten Datenzentren gebaut werden, die USA von Klimaleugnen übernommen wurden und Klimapolitik versuchen abzudrehen wo es geht... Also da wird's halt damit der Fairness schon schwierig.

00:11:04: wenn ich sage okay wir sollen jetzt was machen Ist das wirklich fair?

00:11:08: Und das untergräbt die Akzeptanz

00:11:10: Aber auch irgendwie bitter weil aus dem kommt man schwer heraus

00:11:13: Aus dem kommt man tatsächlich nicht so leicht raus.

00:11:17: Aber ich glaube, es geht auch darum, dass wir halt viel stärker das größere Bild kommunizieren – also wir reden immer davon, wer soll nicht Auto fahren oder den Urlaub fliegen und kein Fleisch essen!

00:11:26: Auf das wird sie dann oft runtergebrochen.

00:11:29: aber in Wirklichkeit geht's ja darum, daß wir schnellstmöglich aufhören, fossile Energieträger zu verbrennen.

00:11:37: Das ist das eigentliche Ziel Und dieses Ziel wird massiv bekämpft von Mächtigen Lobbyorganisationen.

00:11:44: Es gibt auch Desinformationsmaschinerien, die Falschmeldungen in der Welt setzen, die den menschengemachten Klimawandel immer noch in den Zweifel ziehen und damit auf Resonanz stoßen in Bevölkerung und im Politik.

00:11:58: Und dann gibt es halt auch eine Politik, die ihrer Verantwortung einfach nicht nachkommt.

00:12:04: Ich glaube das müssen wir stärker thematisieren also nicht so stark auf diese individuelle Ebene gehen was wir nicht alles nicht dürfen sondern auf die strukturelle Ebene.

00:12:12: Wir müssen es irgendwie dorthin schaffen und auch diese Herausforderungen ganz klar benennen und angehen.

00:12:17: Und die Politik lässt sich oft von einem Hitze-Sommer wenig beeindrucken?

00:12:22: Wir hatten jetzt ein Hitze Sommer, wir hatten vor zwei Jahren diese massiven Überschwemmungen und wir sehen dann ja die Wahlergebnisse direkt nach solchen Ereignissen.

00:12:31: also jetzt hat gerade die AfD in Sachsen-Anhalt über vierzig Prozent gemacht, ich hab dreiundvierzig Komma irgendwas prozent.

00:12:38: Die FPÖ führt in allen Umfragen in Österreich, das sind die Parteien, die Klimawandel verleugnen.

00:12:42: Das ist nicht Mensch gemacht und wendern ist es kein Problem.

00:12:45: Und wir hatten vor zwei Jahren ja auch die Situation mit massiven Überschwemmungen im Juni und September jeweils zwei Wochen vor EU-Wahl und Nationalratswahl.

00:12:54: Auch da sind die Klima Leugner als Sieger hervorgegangen und die Verzögerer sind die stärksten Parteien gewesen.

00:13:03: also... Wir sind die Politik, wird ja jetzt auch nicht gerade ermundet von der Mehrheitsbevölkerung das ambitioniert anzugehen.

00:13:09: Die österreichische Bundesregierung hat sich ja im August auf ein neues schon sehr lange gefordertes Klimaschutzgesetz geeinigt.

00:13:18: Denken Sie, dass Hitze und Dürre diesen Prozess beschleunigt haben oder hatte das nichts damit zu

00:13:24: tun?

00:13:25: Also ich habe jetzt keine detaillierten Einblicke in diese Prozesse, deswegen kann nicht nur spekulieren.

00:13:30: Es ist durchaus denkbar dass es gibt auch in der Regierung Leute die sich durchaus ehrlich und ambitioniert diesem Thema Klimawandel annehmen und denen das Thema am Herzen liegt.

00:13:41: Und es kann schon sein, dass die dann dieses Gelegenheitsfenster genutzt haben und sagen okay jetzt drücken wir wirklich einmal aufs Tempo.

00:13:47: Ist eine Möglichkeit aber ich habe keine Beweise wenn man so will.

00:13:52: Und wie beurteilen Sie das, was bisher über das Gesetz bekannt ist?

00:13:55: Ja es ist gut, dass ein Gesetz in Arbeit ist.

00:13:59: Ich fange mal mit einem guten Ahnen an aber natürlich und das wurde ja vielfach kritisiert diese erfähliche Verbindlichkeit dieser Probleme Sanktionen wurden eher vermieden die Mechanismen sind eher schwach und dann gab's ja auch noch diesen Bassus.

00:14:13: also wenns dann zu unangenehm wird dann hören wir wieder damit auf also diesen Standort Bassus Und das ist natürlich jetzt nicht besonders positiv.

00:14:22: Und dem kann man aber wenig gegenhalten, dass eigentlich prinzipiell sowas wie Klimaneutralität ja eine hohe Zustimmung hat – auch EU-weit, auch Österreich-weit.

00:14:29: also circa achtzig Prozent der Menschen sagen sie unterstützen diese Klimaneutralitätsbemühungen.

00:14:36: Wenn es dann aber konkret wird, jetzt auch informiertes Gesetz, dann werden die Stimmen laut und wir haben alle noch diesen Klimafreaks Saga im Ohr, die halt versuchen das wieder zu unterminieren.

00:14:46: Das ist durchaus eine Herausforderung, aber man könnte zu mir so mitnehmen für diese strukturellen Änderungen.

00:14:52: Für gesetzliche Rahmenbedingungen die dann hoffentlich auch fair und effektiv ausgeschaut werden gibt es prinzipiell hohe Zustimmung.

00:14:59: Und ich denke damit kann man nochmal weiterarbeiten.

00:15:02: Das hat mich auch noch interessiert warum gibt das denn diesen Graben?

00:15:04: Also warum gibt es einerseits dieser Zustimmung?

00:15:07: Aber wenn's konkret wird dann kommt doch nochmal die Ablehnung auf.

00:15:11: Es ist natürlich immer leichter etwas abstrakten und edlem zuzustimmen, sagen wir wollen eine bessere Zukunft für unsere Kinder.

00:15:19: Das Prinzip war noch leicht aber natürlich gibt es dann irgendeinen Diskurs der sehr oft in diese Detailfragen geht.

00:15:26: also wir triffen dann sehr schnell ab Du darfst halt kein Fleisch mehr essen und du darfst nicht mehr Auto fahren.

00:15:32: Und die Grünen, Klimaforscher wollen euch das und das

00:15:36: wegnehmen.".

00:15:36: Also so wird es dann ja quasi durchs Boulevard getrieben – das Thema.

00:15:41: Da bleibt immer irgendetwas hängen!

00:15:45: Am Ende ist dieser Diskurs sehr breit.

00:15:47: Es gibt verschiedene Interessen und auch sehr gut finanzierte Lobbygruppen.

00:15:51: Bestes Beispiel ist jetzt diese Diskussion um diese E-Auto-Studie der TU München die ja dann auch überall im Bild und Welt, also in diesen konservativen eher rechtsgerichteten Medien zitiert wurden und diskutiert wurden.

00:16:06: Aber eigentlich wurde vor allem die Presseaussendung der TU München dann diskutiert, die ja die Ergebnisse verzehrt hat.

00:16:11: Und da hat man den Eindruck sogar eine Universität wie die TU Münchner oder das Präsidium lässt sich politisch einspannen um halt Studien zu fabrizieren nicht qualitätsbegutachtet worden übrigens, aber die halt dann das bestätigen was halt einige andere Akteure im Diskurs gerne hören möchten.

00:16:29: Zu der Studie kann man auch sagen mittlerweile haben sich auch die internationalen Wissenschaftler in den Beschwerden in dieser Studie zitiert wurden und sie haben sich beschwert weil ihre Ergebnisse eigentlich fälschlich wiedergegeben wurden und da bewusst verzehrt wurden.

00:16:43: ja aber in der Öffentlichkeit bleibt ein bei sowas immer hängen.

00:16:47: Ja, nicht einmal die Wissenschaft ist sich einig und da gibt es eine Studie in der anderen Studie.

00:16:50: Also wie schlimm kann's wirklich sein?

00:16:53: Und müssen wir da wirklich was machen?

00:16:55: Verstehe, alles klar!

00:16:57: Was wird jetzt passieren wo der Herbst ins Land zieht?

00:17:01: Ich hoffe dass uns die schlimmsten Überschwemmungen spart werden.

00:17:04: Wir wissen ja das sich sehr viel Energie in den Ozeanen angesammelt hat.

00:17:08: Dass dadurch die Verdunstung höher ist, dass die Wolkenbildung stärker ist.

00:17:12: also ich hoffe mal bekommen.

00:17:13: gut durch den Herbst... ...was politisch Passiert ist schwer absehbar.

00:17:18: Wir haben momentan schwierige Rahmenbedingungen für das Klimatheber, wir haben auch eine wachsende Zahl von Menschen die das Thema ablehnend verleugnet.

00:17:30: Das sind wir europaweit bei einem Drittel der Menschen und es ist alles natürlich.

00:17:33: also diese Schutzmechanismen werden im Angesicht der Katastrophe noch einmal stärker für zu noch mehr Ablehnung.

00:17:42: Was könnte man denn da machen um dieser Menschen doch noch zu erreichen?

00:17:46: Die gute Nachricht ist, dass ja nur circa zehn Prozent, maximal fünfzehn Prozent der Menschen wirklich das Thema sehr stark ablehnen und wirklich komplett verleugnen.

00:17:55: Der Rest, der dann sagt, es ist doch natürlich vielleicht verwirrt, ist falsch informiert, ist in einem Informationsraum, der halt das suggeriert und da hat man halt dann das Gefühl aus, das wird schon nicht so schlimm sein, wenn alle denen ich vertrauen, an mir sozusagen.

00:18:11: Also prinzipiell sind wahrscheinlich achtzig Prozent für das Thema nach wie vor erreichbar.

00:18:17: Und ich glaube, da ist es wirklich Aufgabe einerseits von Journalismus und Medien andererseits aber auch von verantwortungsvoller Politik ganz klar zu benennen was hier auch im Diskurs basiert nämlich professionell organisierte gut finanzierte Lobbyarbeit die Klimawandel verleugnet beziehungsweise auch wirksame Maßnahmen verzögert.

00:18:40: also das müssen wir viel stärker benennen Und dass es dann halt zusätzlich zu diesen Lobbygruppen auch noch die politischen Komplizen gibt.

00:18:47: Vor allem in eher rechtsgerichtlichen Parteien, nicht ausschließlich.

00:18:51: und das ist auch nicht so, dass jede rechtsgerichte Partei automatisch dann ein Klimawandel-Leugnungsdiskurs mitbetreibt wenn man's jetzt da europaweit sieht.

00:19:00: Aber die Tendenz ist ganz stark da!

00:19:02: Ich glaube, da müssen wir irgendwie rein in diese unangenehme Diskussion.

00:19:07: Und ich glaube, dass Menschen dafür empfänglicher sind als für Botschaften wie bitte hört es auf, jegliches Fleisch zu essen.

00:19:16: Was ihr manchmal auch so ein bisschen rüber kommt zumindest gefühlsmäßig.

00:19:20: also weg von diesen individuellen Hebeln.

00:19:23: ich will den nicht ganz außer Achtlasten.

00:19:25: natürlich sind individuelle Beiträge wichtig.

00:19:27: Ein wichtiger Beitrag auch hinsichtlich Vorbildwirkung und hinsächlich Schaffungsfondstrukturen, aber wir dürfen dort nicht stehen bleiben.

00:19:34: Wir müssen von dem ein bisschen weg und vielleicht darüber hinaus auch ganz stark über die strukturelle Ebene sprechen und das aber auf Art und Weise dass sie halt auch für verschiedene Zielgruppen akzeptabel und verständlich ist.

00:19:50: Ich glaube und hoffe Auch einen Teil heute dazu beigetragen in dieser Aufklärung.

00:19:56: Vielen lieben Dank für das Gespräch, Herr Brudermann!

00:19:58: Ja?

00:19:58: Hat mich gefreut – vielen Dank!

00:20:00: Ja und danke auch euch Lieben Hörerinnen und Hörern fürs dabei sein diese Woche.

00:20:05: Wenn euch der Podcast gefällt dann abonniert uns doch gerne auf der Podcast-Plattform eurer Wahl Und ganz besonders freuen wir uns natürlich auch über eine positive Bewertung.

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00:20:28: Das war also die Edition Zukunft für diese Woche, ich bin Lisa Breit und produziert hat diese Folge Christoph Neuwirt.

00:20:35: Tschüss und bis zum nächsten Mal!