Edition Zukunft

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Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen

Transkript

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00:00:06: Ihr hört Edition Zukunft, den Standard-Podcast

00:00:09: über das Leben

00:00:10: und die Welt von morgen.

00:00:11: Ich bin Lukas Kapella.

00:00:32: Wir Menschen glauben oft Naturschutz hat nichts mit uns zu tun.

00:00:35: da geht es um irgendwelche Berge oder Flüsse die weit weg von uns sind.

00:00:40: aber viele Badegäste schneiden sich in diesem Sommer in den österreichischen Seen ihre Füße an der Quaggauschel auf Und dann merken wir wenn wir die Natur nicht schützen Dann schneiden wir uns richtig gehend ins eigene Fleisch.

00:00:53: Wie ist das gemeint?

00:00:54: Die Quagga-Muschel ist eine sogenannte invasive Tierart.

00:00:58: Das heißt, die Muschel hat sich in einem Gebiet, in dem sie ursprünglich nicht heimisch war, ausgebreitet – in Österreich!

00:01:05: Gekommen ist die Quaggamauschel zu uns in den Jahrzehnten vom Schwarzen Meer über Schiffe.

00:01:11: Das Problem ist aktuell.

00:01:12: über Boote-, Tauchanzüge-, Standup-Puddles und sogar über relativ kleine Schwimmhilfen wie Luftmatratzen wird die Muschel beziehungsweise ihre Larven von See zu See weitergeschleppt.

00:01:24: Ich habe mit Nikolaus Schobersberger, Gewässer-Ökologe beim Land Oberösterreich darüber gesprochen wie die Quagga-Muschel einen See verändert und was wir gegen Ihre Verbreitung tun können.

00:01:35: Hallo Herr Schubersberger!

00:01:37: Hallo

00:01:38: Herr Schwabersberger im Fernsehen im Radion in Zeitungen geht es bei dem Thema Badeszenen in Oberösterreich Salzburg, Gärnten und Vorarlberg derzeit oft um die sogenannte Quaggarmuschel die in Österreich gar nicht heimisch war.

00:01:49: Können Sie erklären, warum das keine gute Nachricht ist?

00:01:52: Dass die Quagga-Muschel in Österreich angekommen ist.

00:01:55: Also es ist insofern schlecht dass das die Quaga Muschel invasive Art ist, die das Ökosystem verändert und das bedeutet sie wird den Fischen, die Nahrungsgrundlage weg filtrieren.

00:02:09: Es ist eine schlechte Nachricht für Badegäste weil sie eine sehr schaffe Oberkante hat an der sich die Badegeste die Füsse aufschneiden können.

00:02:19: Sie ist grundsätzlich eine invasive Art im System, das nicht auf diese Art eingestellt ist.

00:02:25: Gibt es vielleicht noch andere schlechte Nachrichten?

00:02:28: Also ich denke da so an die Wirtschaft in Hinblick auf Rohre und andere Anlagen – Ist das auch ein Problem bei dieser Muschel?

00:02:35: Genau ja tatsächlich ist es so dass sich die Muscheln über einen Larvenstadium verbreitet Und diese Larven gelangen durch die Rohrleitungen in das Leitungssystem von Unternehmen z.B.

00:02:49: Seewasser zur Kühlung verwenden.

00:02:51: oder im Bodensee ist es der Fall, dass auch Wasser zur Trinkwassergewinnung verwendet wird und da kommen erhebliche Kosten auf diese Unternehmen zu die versuchen müssen das Leitungssystem von diesen Muscheln zu befreien.

00:03:04: Und das ist ein heblicher Aufwand und vorher sagt sehr hohe Kosten.

00:03:08: Dass sich die Muschel jetzt zum Beispiel in Oberösterreich aber auch in anderen Bundesländern verbreitet hat, liegt dann nirgendwo auf die Larven, aber eben auch an so Dingen wie Oten Und Tauchanzügen.

00:03:18: Verstehe ich das

00:03:19: richtig?

00:03:19: Genau, also die Larven befinden sich im Freivasser und können sich dann an Boten festsetzen, Tauchanzügen, Schwimmhilfen, Sportausrüstung, das in Wasser verwendet wird.

00:03:32: Wenn diese Geräte von befallenen Gewässern unbefallener verbracht werden, kann es sein, dass diese Gewässer zukünftig auch mit der Quackermuschel befallen sind.

00:03:43: Jetzt habe ich gelesen, wenn wir beim Land Oberösterreich bleiben für das sie arbeiten.

00:03:48: Es gibt jetzt Seen die sind bereits betroffen von der Quagga-Muschel also da hat es sich bereits breit angesiedelt wie zum Beispiel der Traunensee oder der Attersee oder der Mondsee.

00:03:58: und dann gibt's aber auch gerade kleinere Sehen wo diese Muscheln noch nicht angekommen ist und die sind noch nicht bevölkert.

00:04:05: also ein Beispiel von vielen sind der Vorderer und der Hinrail-Angwartsee im Gemeindegebiet von Ebensee.

00:04:11: Was macht man denn in ganz Oberösterreich, damit diese kleinen Seen weiterhin frei von der Quaggaumuschel bleiben?

00:04:18: Also ein ganz wichtiges Instrument ist die Aufklärung.

00:04:22: also wir arbeiten ganz viel mit Informationsweitergabe an den Bevölkerungen das die Sportgeräte gereinigt werden, Boote gereinigen werden.

00:04:32: aber es kommen auch Naturschutzverordnungen dass zum Beispiel das Stand-up Paddeln an solchen Szenen verbieten.

00:04:40: Und das ist eines der wichtigsten Instrumente, wie man diese Szene schützen kann.

00:04:44: Das heißt da gibt es dann zum Beispiel Social Media Postings und halt direkt an den Szenern im Ufer ein Hinweisschilder oder?

00:04:50: Genau also es sind Anschläge dort wo drauf hingewiesen wird, dass Stand Up Paddlen zum Beispiel verboten ist e Social Media postings genau und das wird auch breit medial transportiert.

00:05:02: Wir haben uns jetzt getroffen in bekannten Strandbad Mungen Am Traunsee, der ja eben, wie Sie mir auch bereits gezeigt haben, reichlich Quaggermuscheln enthält.

00:05:13: Was kann man denn noch machen bei den Seen wo sich die Quaggamusche schon mutter vermehrt?

00:05:19: Genau das ist das Problem.

00:05:20: sobald die Quargamusche etabliert ist in einem Gewässer bringt man sie eigentlich nicht mehr weg.

00:05:25: Das bedeutet wenn da See einmal befallen ist dann ist es eigentlich schon zu spät.

00:05:31: Das ist leider durch das ganze jährige Ausbreitung der Muschel kaum zu verhindern, sobald die Laufen oder die Muscheln da sind.

00:05:42: Und umso wichtiger ist es eben, dass man die nicht befallenen Gewässer davor

00:05:47: schützt.".

00:05:48: Jetzt liegt natürlich die Frage nahe – Es gibt Appelle!

00:05:51: Es gibt Öffentlichkeitsarbeit und man versucht ein Wärmes zu schaffen, dass sich diese Muschels nicht weiter verbreitet in die sozusagen schönsten und sehr naturbelassenen Sehen Oberösterreichs.

00:06:01: aber Ist das nicht ein Stück weit an hoffnungsloses Unterfangen, weil ja quasi schon einen Taucher oder eine Brotpartie reicht damit dass die Fahrermuschel dann in einen weiteren kleinen See eingeschleppt wird?

00:06:12: Genau.

00:06:13: Das könnte man meinen.

00:06:14: Die Tatsache ist, dass die Muschel aber noch nicht in allen Sehen gibt uns Zuversicht, dass wir die Ausbreitung verhindern können.

00:06:22: sprich sie ist noch nicht überall.

00:06:25: Das heißt wir müssen jetzt alles dran setzen, dass es auch so bleibt.

00:06:29: natürlich ist es ein bisschen eine Kampf gegen Windmühlen, aber nicht zu tun wäre Karoption.

00:06:37: Insofern müssen wir einfach unser Bestmögliches geben, dass sie sich nicht weiter ausbreitet.

00:06:43: Vielleicht wenn man jetzt ein bisschen wegsummelt von der Quaggaumuschel?

00:06:45: Das gehört sozusagen zu den allgemeinen Problemen in Österreich oder in unseren Breiten im Mitteleuropa.

00:06:51: der invasiven Arten gibt's ja noch andere Arten.

00:06:55: also ich denke an Pflanzen und auch an Tiere die ein Problem sind für die Sehen und Gewässer in Oberösterreich?

00:07:01: Ja, also ein wesentliches Problem zum Beispiel ist der Signalkrebs, der aus Amerika eingebracht wurde.

00:07:08: Der SignalkreBS ist deswegen ein Problem weil er den Krebspest in sich trägt – das ist eine Pilzspore gegen die der Signalkriebs selber immun ist.

00:07:19: aber unsere heimischen Krebs oder Edelkrebs

00:07:21: z.B.,

00:07:22: ist nicht dagegen immun.

00:07:24: Somit verdrängt er unsere heimischen Orten und hat sich schon fast flächendeckend ausgebreitet.

00:07:31: Es gibt nur mehr, gar uns weniger Vorkommen vom Edelkrebs, wo noch nicht verdrängen worden ist von Signalkrebs.

00:07:36: Das ist nur eine der weiteren Universiten Orten, es gibt aber auch Pflanzen die ein großes Problem sind.

00:07:41: Der japanische Staubengnüterich des Springkrauts, das an ganz viel Gewässer also Fließgewässer vor allem wächst um nur ein paar zu nennen.

00:07:50: Wenn wir jetzt bisschen in Zukunft bitten habe ich das Wichtig verstanden oder kann man das so sagen?

00:07:56: Jetzt zum Beispiel der Traunsee, wo die Quagga-Muschel sich schon angesiedelt hat.

00:08:02: Ist es die Perspektive eigentlich so dass sie sich wahrscheinlich oder aller Voraussicht nach immer stärker vermehren und ausbreiten wird?

00:08:10: Es wird wahrscheinlich ähnlich sein wie mit der Wandermusche, die in den neunzehnachtziger Jahren eingeschleppt worden ist.

00:08:18: Das nämlich irgendwann ein Gleichgewicht hergestellt ist Die Quakemuschel wird auf jeden Fall das Ökosystem verändern, ist keine Frage.

00:08:26: Aber irgendwann ist sie soweit etabliert, dass sozusagen die Nischen ausgeschöpft sind und dann ist die Ausbreitung innerhalb des Systems jetzt zum Beispiel System-Transee da ist dann die Ausbildung irgendwann... ...die Obergrenze erreicht und dann wird sich hier ein Gleichgewicht einstellen.

00:08:48: aber wie gesagt es würde auf jeden fall das System verändern.

00:08:50: Die Fischpopulationen werden sich wahrscheinlich mitverändern müssen, auch die Bewirtschaftung.

00:08:56: Und damit müssen wir lernen umzugehen.

00:08:59: Jetzt habe ich gelernt gerade die größeren Seen eben Traunsee, Attersee, Mondsee sind bereits von der Quagga Muschel betroffen.

00:09:07: Ich nehme an das hängt doch sehr mit der Bootsfahrt zusammen.

00:09:11: Gibt es auf einer größere Seen im Land Oberösterreich wo die Quaggarmuschel noch nicht da ist wo beide Gäste noch nicht mit dieser Muscheln konfrontiert sind?

00:09:19: Zwei wesentlich größeren Sehnen in Oberösterreich, wo wir sie noch nicht nachweisen konnten ist der Hallstädtersee unter Irr- oder Zellasee.

00:09:29: Vor allem am Hallstedtersee ist eben diese vorher genannte Seebaumuschel zwar schon zu finden aber die Quackermuscheln eben noch nicht und wir setzen einiges daran dass das so bleibt.

00:09:39: Wir versuchen zu informieren, wir arbeiten mit verschiedenen Stakeholdern zusammen, dass eben das verhindert wird, dass die dort eingeschleppt wird.

00:09:49: Das wäre unser großes Ziel, es zu verhindern.

00:09:52: Und jetzt noch gefragt im Hinblick auf die Zukunftsperspektive für Menschen – also für Menschen, die einen schönen Badetag haben wollen?

00:10:00: Glauben Sie wird das in den Szenen Österreich in Zukunft oder insbesondere wegen der Quagemuschel üblicher sein dass die Menschen Badeschuhe tragen so wie in anderen Regionen der Welt?

00:10:11: Ja denke ich schon!

00:10:13: Wir werden uns auf jeden Fall anpassen müssen.

00:10:16: Es gibt verschiedene Regionen im See, wo einfach durch die Strömung oder das Sediment sich die Muschel weniger stark verbreitet.

00:10:25: Aber die muss man erst einmal finden.

00:10:27: Aber grundsätzlich sind auf jeden Fall wahrscheinlich Badeschuhe eine, der auch anpasst ins Maßnahmen.

00:10:33: Zum Ende noch die Frage ob wir Menschen nicht irgendwas sozusagen Nützliches oder für uns Nützliches daraus ziehen können?

00:10:40: Und sozusagen aus der Not eine Tugend machen, könnte man vielleicht Speisen aus der Quagga Muschel zubereiten.

00:10:46: Könnten wir sie essen?

00:10:47: Theoretisch ja!

00:10:48: Also ich weiß von einem Rezept wo die Quaggasmuschel zu einem Sud verarbeitet wird.

00:10:54: es ist leider so klein um sich vernünftig wie zum Beispiel Missmuscheln zu verwerten aber es ist glaube eher ein Spaßrezept also ernst zu nehmen.

00:11:06: da Kohlenachischer Zweig.

00:11:08: Nicolas Schobersberger, gewisse Ökologe bei der Abteilung Wasserkitschaft des Landes Oberösterreich.

00:11:13: Vielen Dank!

00:11:14: Sehr gerne!

00:11:15: Danke auch euch lieber Hörerinnen und Hörern fürs dabei sein diese Woche.

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00:11:42: Die nächste Folge Elysion Zukunft erscheint in zwei Wochen!

00:11:45: Ich bin Lukas Capella – bis zum nächsten Mal.