Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen
00:00:03: Hi, Edition Zukunft ist immer noch in der Weihnachtspause.
00:00:07: Damit ihr trotzdem noch was zu hören bekommt, wiederholen wir ausgewählte Episoden aus dem vergangenen Jahr.
00:00:12: Und zum Start des neuen Jahres wollen wir ein bisschen Zuversicht streuen.
00:00:16: Meine Kollegin Julia Bayer hat vergangenen Mai mit dem Energieexperten Roger Huckstock über Humor in der Klimakrise gesprochen.
00:00:23: Und am Ende gibt's sogar einen Gletscherwitz.
00:00:25: Viel Spaß!
00:00:28: Ihr hört Edition Zukunft, den Standard-Podcast über das Leben und die Welt von morgen.
00:00:33: Ich bin Julia Bayra.
00:00:53: Der Energie-Experte Roger Huckstock setzt sich seit über dreißig Jahren für den Klimaschutz ein.
00:01:00: Dabei ist er nicht nur motiviert wie am ersten Tag, er lässt sich auch den Spaß an seiner Arbeit trotz Temperaturextremen vermehrten Dörren und stark regigen Ereignissen nicht verderben.
00:01:11: Im Gegenteil, er macht mittlerweile sogar Witze über den Klimawandel.
00:01:16: Um auch andere mit seiner Zuversicht anzustecken, hat er das Buch, Wie wir die Welt retten, ohne uns dauernd Sorgen zu machen, geschrieben.
00:01:25: Und genau darüber sprechen wir in dieser Folge Edition Zukunft.
00:01:30: Hallo Herr Hackstock.
00:01:31: Ja, hallo.
00:01:32: Warum finden Sie die Klimakrise zum Lachen?
00:01:37: Wir haben es dreißig Jahre lang mit Empören und Verzweiflung probiert, der Klimakrise herzuwerden.
00:01:44: Das hat nicht funktioniert.
00:01:45: Die Emissionen sind Munderweiter gestiegen und versuchen wir mal mit Humor und Gelassenheit.
00:01:51: Vielleicht kommen wir so weiter.
00:01:53: Also wenn ich sie richtig verstehe, dann ist Humor für sie ein guter Zugang, um auch Hartefakten zu vermitteln.
00:02:02: Meine Frage ist jetzt, wie können denn Informationen über Gletscherschmelze, der Anstieg des Meeresspiegels und auch das Artensterben ohne Saugenmine besprochen werden?
00:02:14: Wenn wir uns nur ständig cremen über das, was nicht gut läuft und was beim Klimaschutz für Katastrophen auftreten, dann lehnt das eher, als dass es uns zum Handeln bewegt.
00:02:26: Da hilft es mehr, sich an den Dingen zu erfreuen, die klappen.
00:02:30: und auch mit Zuversicht an den Klimaschutz heran zu gehen.
00:02:34: Zuversicht heißt auch Handeln und das heißt auch, wir haben die Möglichkeit zur Veränderung.
00:02:40: Gerade diese harten Fakten über die Erdererwärmung schlagen ja vielen Menschen aufs Gemüt.
00:02:46: Es gibt eine deutsche Studie, die besagt, dass jede zweite Person zwischen sechs und fünfundzwanzig Jahren große oder sogar extreme Sorgen wegen der Klimakrise hat.
00:02:58: Was raten Sie diesen Personen?
00:03:00: Das stimmt und das war auch der Grund, warum es mich überrascht hat, dass bei den Klima-Demos die Plakate eher von Humor als von Verzweiflung geprägt waren.
00:03:11: Da wurde Flug erlauben, ist nur für Insekten zum Beispiel gefordert oder es gab Plakate, die wirklich schlecht gemacht waren und wo dann gestanden ist.
00:03:22: Plakat ist so erbärmlich wie ihre Klimapolitik, also dass die Jugend eigentlich das Thema mit Humor und Zuversicht angegangen ist und gezeigt hat, dass es um eine klimaneutrale Zukunft geht, in der sie leben wollen und nicht um eine Angstvision, vor der sie wie gelehmt erstarren.
00:03:43: Glauben Sie, dass Visionen von Utopien sinnvoller sind?
00:03:48: Und die Menschen eher anspannen und motivieren vielleicht auch etwas zu verändern als die gegenteiligen Dystopien.
00:03:55: Dystopien haben den Nachteil, dass sie lehnen und dass sie eigentlich Angst erzeugen und dass sie eine Stimmung erzeugen, wo gar nichts mehr geht.
00:04:04: Utopien dagegen zeigen, was möglich ist.
00:04:07: Und es gibt manche, die meinen, wir haben mehr Utopietraining nötig, um uns Dinge vorzustellen, die es heute noch nicht gibt.
00:04:16: Wie kommen wir zu diesen Utopien?
00:04:18: Wo finden wir die?
00:04:19: Eine klimaneutrale Zukunft kann man schon heute besuchen.
00:04:23: Zum Beispiel beim Radfahren in Gruppenhagen.
00:04:27: Auch die Marilferstraße, die umgebaut wurde, ist ein Zeichen für eine Zukunft.
00:04:31: Man kann in San Francisco Urlaub machen, wo es eigentlich keinen Plastikmüll mehr gibt.
00:04:39: Den haben sie abgeschafft.
00:04:41: Oder man kann bei Bio-Bauern einkaufen.
00:04:45: vieles an Klimaneutralität heute schon beobachten und erleben und dabei merken, dass es einem damit eigentlich besser geht.
00:04:54: Ganz ohne negative Beispiele haben Sie es in Ihrem Buch, wie wir die Welt retten, ohne uns dauernd Sorgen zu machen, dann aber auch nicht ganz geschafft, Sie haben unter anderem von untergegangenen Kulturen erzählt.
00:05:08: Warum?
00:05:10: Wir lernen im Geschichtsunterricht immer über die Maya, über die Wikinger, über die Osterinseln und es scheint der Niedergang der Zivilisation immer wieder durch Fehler der Menschheit einfach unabwendbar zu sein.
00:05:25: Und deswegen habe ich ein Erfolg, wie die Tikopea in Polinesien in das Buch aufgenommen, die es zweimal geschafft haben, das Ruder herumzureißen, um sich das überleben zu sichern.
00:05:39: Dafür muss man aber Mut aufbringen und man muss auch Taten setzen und darf sich nicht mit Ersatzhandlungen verzetteln.
00:05:47: Und das können wir eigentlich für die Klimakrise auch lernen, wo oft fantasiert wird von Technologien, die uns das Leben erleichtern, ohne dass wir das ändern müssen, indem wir die Sonnenstrahlen im Weltall abfangen und zur Sonne zurückschicken.
00:06:02: Und ähnlich aber witzige Ideen, statt dass wir die Probleme hier auf der Erde angehen.
00:06:08: um unser Überleben zu sichern.
00:06:10: Und die Tikopia haben es geschafft, selbst ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und die Überleben noch bis heute.
00:06:17: Und wie haben sie das geschafft, ihr Schicksal umzutrehen?
00:06:21: Tikopia ist eine entlegene Insel nordöstlich von Australien, die es geschafft hat, über viele Jahrhunderte ein Paradies aus ihrer Insel zu machen.
00:06:29: Die hatten genug Fische.
00:06:31: genug Muscheln zu essen und auch genug Früchte.
00:06:34: Und irgendwann haben sie aber übertrieben und diese Lebensgrundlagen ausgebäutet.
00:06:39: Und dann haben sie sich in ihre Kanus gesetzen, sind auf die Nachbarinseln gefahren und haben von dort etwas geholt, was es bei ihnen nicht gab, als Proteinkwelle, nämlich Schweine.
00:06:50: Und dann haben sie die Schweine eingeführt und hatten eine neue Nahrungsquelle und hatten wieder einen Wohlstand über viele Jahrhunderte, bis die Schweine überhandnahmen und ihnen ständig die Felder verwüstet haben.
00:07:01: Und wer das schon mal erlebt hat, wie Schweine Felder verwüsten können, kann sich das vorstellen.
00:07:06: Dann haben sie irgendwann die Entscheidung getroffen, sich von dem Schweinen wieder zu lösen und wieder umzusteigen auf die die mittlerweile erholten natürlichen Grundlagen von Fischen, von Früchten, von Meeresfrüchten, von Muscheln.
00:07:24: Und mit diesen mehrmaligen Aufgeben einer Tradition und einer jahrhundertelangen Gewohnheit, um ihre Lebensgrundlagen zu sichern, haben sie es geschafft, nicht unterzugehen, wie die Maja oder die Wikinger, sondern über tausende Jahre diese Zivilisation zu bewahren, obwohl sie in einer sehr kleinen, abgelegenen Insel gelebt haben.
00:07:45: Und das ist es, was wir von ihnen lernen können.
00:07:47: Sich von Traditionen lösen, die einem die Lebensgrundlagen unter den Füßen wegziehen.
00:07:53: Klingt nach einem flexiblen Volk.
00:07:56: Das sind sie tatsächlich.
00:07:58: Sie beschäftigen sich ja, Sie haben es schon gesagt, seit dreißig Jahren mit dem Thema Klimaschutz und waren in dieser Zeit ja bestimmt auch schon öfter einmal verzweifelt.
00:08:09: Wie bewahren Sie sich da Ihren Humor?
00:08:12: Es hat der Philipp Blom, der Historiker, mal erzählt, dass ein tschechischer Klimaaktivist ihm gesagt hat, es gibt drei Phasen beim Beschäftigen mit Klimaschutz.
00:08:21: Es ist der Optimismus.
00:08:23: Ich denke, wir werden es schaffen, wir kriegen das hin.
00:08:26: Ein Pessimismus.
00:08:27: wo man verzweifelt und resigniert und sich denkt, das wird nichts mehr.
00:08:32: Die letzte Phase war nach ihm der Alkoholismus.
00:08:36: Ich bin eigentlich in der ersten Phase stecken geblieben.
00:08:40: Ich bin immer optimistisch, dass wir es schaffen können und dass wir unsere Lebensgrundlagen selbst erhalten können, wenn wir wollen.
00:08:49: Und ich habe mir den Optimismus bewahrt, indem ich die Bremser und die Fosilenlobis immer weniger ernst nehmen, dass wir uns immer mit Versprechungen kommen, die in Wahrheit keine Lösungen, sondern nur Blendwerk uns liefern.
00:09:03: Und wenn man das erkannt hat und sich den gemoneutralen Lösungen witzmet, dann hat man eigentlich Zuversicht und eine schöne Zeit.
00:09:13: War das bei Ihnen auch ein Wandel hin zum Humor?
00:09:17: Sie haben ja auch Bücher geschrieben, in denen Ihre Botschaften weniger Humorfall verpackt waren.
00:09:23: In Energiewende beispielsweise erzählen Sie einleitend von einem Ausflug auf die Pisterze in Ihrer Kindheit und gleich im Anschluss aber auch, dass sehr viel von dieser Eismasse nicht mehr da ist.
00:09:37: Ich habe in meinen ersten zwei Büchern mit den Folgen der Klimakrise begonnen und dann von Lösungen berichtet.
00:09:45: Das habe ich mir diesmal gespart und habe gleich damit begonnen, wie wir das anders angehen können, um am Klimaschutz einfach mehr Spaß zu haben.
00:09:55: Weil ich denke, ein Problem ist, dass Eine klimaneutrale Zukunft von vielen, das ein Angstort gesehen wird, etwas, wo niemand hin will, das wird mit Verzicht und Entbehrung verbunden.
00:10:06: Und ich habe ein ganz anderes Bild.
00:10:07: Für mich ist es ein Sehnsuchtsort.
00:10:10: Ein Ort, wo es uns besser geht, wo wir auch vieles, was wir uns angewöhnt haben, was uns nicht gut tut, los geworden sind.
00:10:18: Den Stress.
00:10:19: im Stau, den Lärm in der Stadt, schlechte Luft, das Damokies schwer der zwei oder drei Grad Grenze, das über uns schwebt, das können wir alles hinter uns lassen und ein fröhlicheres und glücklicheres Leben führen, wenn wir uns von den Fossilen lösen und uns dieser Probleme entledigen.
00:10:39: Und wie macht Klimaschutz Spaß?
00:10:42: Für mich waren die Plakate der Jugendlichen auf dem Klima-Demos schon ein Beispiel, wie Klimaschutz Spaß machen kann, wie man Klimaschutz mit Humor und Zuversicht betrachten kann und nicht als Pflichtübung sich mit ernauerbaren oder Elektroautos oder Bio-Bauern beschäftigt, sondern weil es einfach fröhlicher macht und weil es ein glücklicheres Leben ist, wenn man direkt mit der Natur und mit den Erneuerbaren sich beschäftigt.
00:11:12: Da bleibt aber trotzdem der Verzicht über, der ja genauso über uns schwebt.
00:11:17: Das mit dem Verzicht ist auf ein Druckbild, wo die Veränderung nur negativ dargestellt wird und das, was man dabei gewinnt, unter den Tisch fällt.
00:11:26: Wenn sich die Verhältnisse ändern, ändern sich auch das Verhalten.
00:11:29: Und in Kopenhagen oder in Paris zum Beispiel hat der Radverkehr nicht deswegen so zugenommen, weil dem Menschen eingeredet wurde, dass es gut ist für die Gesundheit oder für die Umwelt, sondern weil der öffentliche Raum umgebaut wurde und breite Radwege abgetrennt von der Straße gebaut wurden, die Ampelphasen umgestellt wurden, dass die Radfahrer kürzer warten müssen als die Autos und der Schnee von den Radwegen zuerst geräumt wird und dann auf der Straße.
00:11:59: Und diese Änderung der Verhältnisse hat dazu geführt, dass über die Jahre die Menschen auch ihr Verhalten geändert haben, weil Die Fortbewegung mit dem Rad in dem Fall einfach angenehmer und schneller war als mit dem Auto.
00:12:13: Und die Menschen haben das nicht als Verzicht, sondern als Gewinn empfunden und es wäre eigentlich ein Verzicht mit dem Auto im Stau zu stehen statt mit dem Rad schnell irgendwo hinzukommen.
00:12:25: Auch beim Verbot des Plastiksackers wurde viel von Verzicht gesprochen und was man jetzt alles nicht mehr tun darf.
00:12:33: Für mich ist der Griff zur Geldböse und zum Stoffsackerl beim Einkaufen mittlerweile der ganz normale Alltag.
00:12:41: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendwas dadurch verloren hätte oder auf irgendwas verzichtet hätte, weil ich jetzt mit einem Stoffsackerl einkaufen gehe im Vergleich zu einem Plastiksackerl vorher.
00:12:52: Oft ist der Verzicht nur herbeigeredet.
00:12:55: Ich würde gerne auch noch über ihr Steckenpferd sprechen, nämlich die Energiewende.
00:13:00: Was braucht es Ihrer Meinung nach, damit die endlich funktioniert?
00:13:04: Ich denke, die Energiewende geht so langsam voran, weil wir nicht wirklich die Sehnsucht nach einer klimaneutralen Welt haben, sondern es wird viel verzögert, verschleppt und verhindert, damit es langsam vorangeht, dass wir das alte System hinter uns lassen und das neue System kommt, weil wir von dem neuen noch kein Bild haben, wie das aussieht.
00:13:26: Und es reicht nicht nur, ein Bild davon zu haben, das machen viele Filme und auch Bücher, sondern es braucht eine Sehnsucht.
00:13:32: Weil wenn wir die Sehnsucht nach etwas haben, dann wollen wir rasch dorthin.
00:13:37: Und das ist der Schlüssel für die Energiewende, denke ich, dass sie zu einer Welt führt, die besser sein wird als alles, was wir bisher gehabt haben.
00:13:46: Und wenn wir dort hinwollen, dann werden wir auch uns bemühen, schneller hinzukommen, als wir das jetzt machen.
00:13:53: Wie kann diese Sehnsucht erzeugt werden?
00:13:55: Wie kann die entstehen?
00:13:57: Der Christoph Hofinger, der Sozialwissenschaftler, bringt immer wieder das Beispiel von der Bibel, wo er gesagt hat, Gott hat den Menschen versprochenen Land, wo Milch und Honig fließt, was dazu geführt hat, dass sich ein ganzes Volk auf die Suche gemacht hat, vierzig Jahre lang um das zu finden.
00:14:11: Und er hat nicht von Allokationsgewinnen, von großen Ernteerträgen, großen Ziegenherden und kurzen Abend-Arbeitstagen gesprochen.
00:14:20: Das hätte keinen Israel-Eliten auch nur hinter dem Ofen hervorgelockt.
00:14:24: Da hätte sich das Volk nicht auf den Weg gemacht, aber dieses Waagebild einer paradiesischen Zukunft.
00:14:29: hat gereicht, um die Menschen zu bewegen.
00:14:31: Und ich glaube, dass wir Bilder brauchen, die die Menschen im Herzen bewegen und sie wirklich motivieren sich auf den Weg zu machen in diese Zukunft.
00:14:41: Das ist das, was uns fehlt.
00:14:43: Was wäre so ein Bild?
00:14:44: Wie würde das ausschauen?
00:14:46: Wir haben gelernt, dass es nicht reicht, nur zu erklären, was wir alles tun.
00:14:51: um zu einer klimaneutralen Zukunft zu gelangen.
00:14:54: Wir brauchen keine technischen Betriebsanleitungen in der Zukunft, sondern wir müssen erklären, wozu diese Veränderungen gut sind und was sie bewirken, dass sich zum Beispiel statt einem Baunausbau-Beschleunigungsgesetz den Menschen vermitteln kann.
00:15:09: Das, was man hier macht, sollte so führen, dass du schneller vom Land in die Stadt kommst, ohne ein Backplatz suchen zu müssen mit super schnellen Wählern und dabei kannst du auch noch einen Kaffee trinken im Speisewagen.
00:15:19: Also, dass man die Vorzüge, die die Veränderung bringt, auf eine Art Vermittelt, die einem zu Herzen geht und die einem auch zeigt, wo die Verbesserung im Leben stattfindet.
00:15:30: dadurch.
00:15:31: Es gibt ja nach wie vor trotzdem viele Vorbehalte gegen diese Veränderung, also sprich erneuerbare Energien, wie etwa Windräder oder BV-Banäle.
00:15:41: In Kärnten gab es ja erst kürzlich sogar eine Volksbefragung, in der sich eine Mehrheit gegen Windkraft ausgesprochen hat.
00:15:47: Hat die Revolution der Energiewende wirklich schon begonnen, wie sie in einem ihrer Bücher schreiben.
00:15:54: Eine gelungene Energiewende erfordert auch soziales Geschick.
00:15:58: Man sieht das an der Windkraft, wenn ich einen Windpark plane und errichten will und das weiß nur der Bürgermeister und der Grundstücksbesitzer darüber.
00:16:07: Dann kann ich sicher sein, dass das unfrieden stiftet und dass sich eine Bürgerinitiative dagegen gründet, was für die Zweifler der Beweis ist, dass niemand Windkraft will.
00:16:17: Wenn ich die Bevölkerung vorab informiere und sie einlade und ihr die Vorteile erkläre für die eigene Geldböse, für die Gemeindekasser und ihnen die Möglichkeit der Mitbestimmung biete, dann ist meistens eine Mehrheit der Menschen dafür, dass dieser windbar gerichtet wird.
00:16:35: Also es braucht bei der Energiewende auch mehr demokratische Teilhabe statt Populismus, weil so gelingt es nicht.
00:16:42: Sie gehen ja häufig selbst auch einen anderen Weg, um auf den Klimawandel oder die Energiewende aufmerksam zu machen.
00:16:51: Sie haben zum Beispiel einen Jahresbericht des Verbands Austria-Solar veröffentlicht, dessen Inhalt nur bei Sonnenlicht sichtbar war.
00:17:01: Wie hat das funktioniert, warum haben Sie das gemacht und was hat das gebracht?
00:17:06: Das hat tatsächlich die Werbewelt erstaunt.
00:17:09: Wir haben mit dem Solarbericht, damals der nur in der Sonne sichtbar war, alle Werbepreise der Welt gewonnen und die Agentur wurde zur erfolgreichsten Agentur der Welt gekürt durch diesen Bericht.
00:17:22: Im Grunde war das ein Bericht mit fotogrammatischen Farben, die eben nur im Sonnenlicht sichtbar waren.
00:17:28: Man ist wirklich drinnen gestanden, hat fünfzig weiße Seiten gesehen, leere weiße Seiten.
00:17:33: Man ist in die Sonne hinausgegangen, hat es aufgeblättert und es war dreifärbig.
00:17:37: Alles da, Grafik, Text.
00:17:39: Das hat nicht nur die Jury dieser Designpreise, sondern auch viele Menschen sonst erstaunt.
00:17:43: Und was hat das gezeigt?
00:17:44: Das hat gezeigt, Mut wird belohnt und Innovation begeistert.
00:17:48: Das hat es gezeigt.
00:17:49: Und das ist das, was wir auch bei der Energiewende brauchen.
00:17:52: Wir müssen mutig sein, aber es braucht auch Einfallsreichtum und soziales Geschick.
00:17:57: Und mit dieser Kombination gelingt vieles.
00:18:00: Und diese Kombination zeichnet auch die Preisträger von vielen Awards aus, die es geschafft haben, regional Veränderungen voranzubringen, wo sich andere fragen, wie geht das?
00:18:11: So eine Mischung aus Mut, sozialem Geschick und Einfallsreichtum.
00:18:15: Gut, ihr Einfallsreichtum ist jetzt auch gefragt.
00:18:18: Zum Abschluss würde ich nämlich gerne noch einen Witz über die Klimakrise von Ihnen hören.
00:18:23: Ja, treffen sich zwei Gletscher.
00:18:25: Sagt der eine zum anderen, hast du das gehört?
00:18:27: Diese Klimawandel, diese Erderwärmung, glaubst du, wird uns das betreffen?
00:18:32: Der andere zuckt die Achsel und sagt, ich weiß nicht, wir werden sehen.
00:18:38: Na gut, danke schön, vielen Dank für das Gespräch.
00:18:41: Gerne.
00:18:42: Und damit auch ein herzliches Dankeschön an euch, liebe Hörerinnen und Hörer.
00:18:47: Was denkt ihr?
00:18:48: Können wir das Ruder in der Klimakrise noch herumreißen und dabei auch gute Laune behalten?
00:18:54: Schreibt uns euren Kommentar gerne auf der Standard.at-slash-Zukunft.
00:18:58: Dort findet ihr auch viele weitere Artikel rund um das Leben und die Welt von morgen.
00:19:03: Wenn euch der Podcast gefällt, dann lasst uns doch eine gute Bewertung da.
00:19:07: Unterstützen könnt ihr uns auch, wenn ihr für den Standard zahlt, z.B.
00:19:10: mit einem Abo.
00:19:11: Mehr dazu findet ihr unter Abo.standard.at.
00:19:15: Die nächste Folge-Edition Zukunft erscheint in zwei Wochen.
00:19:18: Bis dahin, alles Gute und bis zum nächsten Mal.